Die Immunfunktion des Darmsystems II

Das ‘Leaky-Gut-Syndrom’ 

Die Darmschleimhaut, welche – unter normalen Umständen – eine extrem dicke Schutzschicht darstellt, zieht sich bei andauernder entzündlicher Belastung so zurück, dass sie immer mehr ausdünnt, wobei die Mikro-Poren, die Öffnungen zum Blut hin immer größer werden. Das Maschennetz zieht sich stark auseinander, und großmolekulare Eiweißgifte, unverdaute Nahrungsbestandteile, können die Darmschleimhaut durchdringen und kommen direkt mit dem Blut in Kontakt. Der Mensch beginnt sich massiv zu übersäuern. 

In der Medizin bezeichnet man dies als ‘Leaky-Gut-Syndrom’ (der Leck geschlagene Darm). Dieser schädliche Prozess ist vergleichbar mit einem Filter durch dessen beschädigte Stellen Schmutzpartikel und Giftstoffe gelangen können. 

Solcherart können ständig Gifte und unverdaute Nahrungsbestandteile und Eiweiße in den Körper gelangen und ihn belasten. Schulwissenschaftlich ist dies durch eine Blut- oder eine Stuhluntersuchung festzustellen. 

Bereits 1998 wurden dazu Studien in Holland veröffentlicht, die belegen, dass schon etwa 80% der Bevölkerung mehr oder weniger von diesem Leaky-Gut-Syndrom betroffen sind. (Die DDR hatte vor der Grenzöffnung eine Allergierate in der Bevölkerung, die in einigen Gebieten, über 70% niedriger lag als bei uns in Westdeutschland, – trotz höherer Luftverschmutzung und dem Fehlen dessen, was bei uns ‘Umweltschutz’ genannt wird.) 

Nicht nur krankhaften Darmbakterien oder Pilze bilden Verdauungsgifte. Auch von gesunden Bakterien werden bestimmte Verdauungsgifte produziert, welche von einer gesunden Schleimhaut zurückgehalten werden und nicht in den Körper gelangen können. 

Beim “Leaky-Gut-Syndrom” ist die Schleimhaut so dünn und rissig geworden, dass auch normale Verdauungsgifte in den Körper gelangen. Durch eine einfache Stuhluntersuchung lässt sich die Durchlässigkeit der Darmschleimhaut genau bestimmen. Hier wird das Alpha 1 Antitrypsin bestimmt. Erhöhte Werte zeigen hierbei eine erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut an. Die Regeneration, das heißt die Wiederherstellung der Schleimhautfunktion, dauert bis zu 18 Monate. In dieser Zeit ist es wichtig den Darm bzw. die Darmschleimhaut mit den richtigen, gesunden Bakterien durchgehend zu therapieren. Ziel ist es, die erhöhte Durchlässigkeit der Darmschleimhaut wieder zurückzubilden und eine intakte Darmflora aufzubauen.

Eine gesunde Darmschleimhaut nimmt keine Allergene auf, da diese durch das in der Schleimhaut befindliche Immunsystem sofort zerstört werden. Beim “Leaky-Gut-Syndrom” können Allergene ungehindert die Darmwand durchdringen und so eine generalisierte Allergie oder eine Nahrungsmittelallergie auslösen. 

Um zu verhindern, dass Allergene auf diese Weise in den Körper gelangen, muss sich die Schleimhaut wieder regenerieren und schließen. Dazu ist es notwendig, die so dringend benötigten probiotischen, effektiven Mikroorganismen über einen längeren Zeitraum anzuwenden, da diese speziellen Mikroorganismen die Darmschleimhaut ernähren, reinigen und die Schleimhautfunktion wiederherstellen können. 

Gelangen große Mengen an sauren Giften durch das “Leaky- Gut-Syndrom” in den Körper, ist er gezwungen den größten Teil dieser Gifte im Gewebe abzulagern. Dies trifft um so mehr zu, je intensiver die Darmschleimhautfunktionen gestört sind. 

Giftdepots sind zum Beispiel die Muskulatur, das Bindegewebe und die Fettzellen. Der Körper versucht zunächst die Gifte aus dem Stoffwechsel zu schleusen, indem er sie in Depots (‘Plaques’) ablagert. Wenn eine bestimmte Konzentration an Giften erreicht ist, reagiert der Körper hierauf mit einer Entzündung. 

Nur über diese Entzündungsprozesse ist der Körper in der Lage einen Teil der Gifte wieder abzubauen. Wenn wir zum Beispiel an einer Grippe oder einem bakteriellen Infekt erkranken, dann werden wir weniger durch die Erreger selber krank, sondern hauptsächlich durch ihre toxischen Ausscheidungen, welche sie produzieren. Diese kann der Körper nur über den Entzündungsstoffwechsel abbauen. Je nachdem wo sich die Gifte im Körper ablagern, können hierdurch die verschiedensten Krankheitsbilder entstehen.

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