Gesellschaftliche Manipulation | Stress | Angst

Unsere westlichen Gesellschaften, die sich in ihrer Hybris als die besten der Welt ausgeben, sind gefangen in Dauer-Manipulationen ihrer Mitglieder. Diese sollen ihren erbärmlichen, unfreien Zustand nicht sehen, mehr noch: sie sollen ihn als beste aller Möglichkeiten preisen. Angst ist die Klammer, welche unsere Gesellschaft zusammenhält. Es läuft ein gigantisches Programm der Bewusstseinsgleichschaltung, die eine Fremdschaltung durch die Herrschenden ist. Es geht darum, dass die Menschen berechtigte und notwendige Eigeninteressen nicht mehr definieren und spüren können.
Was nicht mehr definiert werden kann, kann schon gar nicht mehr aktiv vertreten werden und dies führt dazu, dass wir zur Fremdbestimmung nicht mehr nein sagen können, weil wir diese nicht mehr wahrnehmen.

Lesen Sie im Folgenden interessante Artikel, die Ihnen die Mechanismen der gesellschaftlichen Kontrolle aufzeigen und Sie mit Informationen versorgen, wie Sie dem entgegensteuern können. Wir präsentieren Ihnen hier weiterhin eine Auswahl von Videos und anderen Medien zum Thema.


Dramatische Folgen verlorener Selbstbestimmung

Unsere Gesellschaft zerfällt. Sie scheint sich in einem Endstadium, kurz vor dem Koma zu befinden. Ein Historiker kann viele Beispiele aufzeigen, wo dies bei anderen Kulturen im Laufe unserer historischen Zeit bereits der Fall war. Dies ist nichts Neues in der geschichtlichen Entwicklung. Nur für uns Beteiligten, die diesen freien Fall staunend betrachten, ist dies neu und – je nach Standpunkt – dramatisch bis faszinierend.

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Unsere westlichen Gesellschaften, die sich in ihrer Hybris als die besten der Welt ausgeben, sind gefangen in Dauer-Manipulationen ihrer Mitglieder. Diese sollen ihren erbärmlichen, unfreien Zustand nicht sehen, mehr noch: sie sollen ihn als beste aller Möglichkeiten preisen.

Angst ist die Klammer, welche unsere Gesellschaft zusammenhält. Es läuft ein gigantisches Programm der Bewusstseinsgleichschaltung, die eine Fremdschaltung durch die Herrschenden ist. Es geht darum, dass die Menschen berechtigte und notwendige Eigeninteressen nicht mehr definieren und spüren können. Was nicht mehr definiert werden kann, kann schon gar nicht mehr aktiv vertreten werden und dies führt dazu, dass wir zur Fremdbestimmung nicht mehr nein sagen können, weil wir diese nicht mehr wahrnehmen.

Es gibt einen deutschen Begriff für jenen gesellschaftlichen Zustand, welcher die ‘entseelte’ Persönlichkeit des einzelnen Menschen zum Ziel hat; er hat einen unangenehmen Namen, trifft aber zielgenau: Gehirnwäsche.

Man hat uns gelehrt, dass solche Eingriffe in die Persönlichkeit nur in totalitären Staaten möglich sind und den braven Demokraten schüttelt es vor solchen Möglichkeiten und Machenschaften. Nur: Ist unsere Gesellschaft nicht lediglich dem Namen nach eine Demokratie und sind wir nicht bereits im totalitäre EU-Staat angelangt? Nach der althergebrachten Definition, dass ein Land, das seine Grenzen nicht schützen kann oder will, überhaupt kein Land mehr ist, haben wir auch diesen Status verloren. Sind wir staatenlos? Von wem werden wir dann beherrscht?

Ein unglaubliches Merkmal jener von außen gesteuerten Bewusstseinsveränderung, so können wir es beispielhaft bei George Orwell nachlesen, ist, dass der solcherart veränderte Mensch, sich mit seinem Manipulator identifiziert. Er ‘liebt’ jenen, der ihm seine Freiheit raubt, und möchte sein wie er. Untertänig strebt er ihm nach. Der Manipulierte setzt sich letztendlich mit seinem Peiniger gleich und nennt ihn Freund und Vorbild: Dies ist das höchste Ziel der Manipulatoren – von ihren Opfern bewundert zu werden. Nun werden diese Opfer wiederum zu Tätern in der gesellschaftlichen Hierarchie nach unten.

Diese Gehirnwäsche, welche ohne physische Gewalt auskommt, ist in unseren westlichen Gesellschaften in vollem Gange. Und dieser entziehen wir uns, indem wir das System durchschauen und persönliche Gegenstrategien entwickeln.
Wird das Menschsein in seiner evolutionär vorgesehenen Form der Selbstverantwortung und Selbstverwirklichung gestört oder gar zerstört, tritt das ein, was der Physiker und Biologe Dr. Ulrich Warnke (1) das ‘Losigkeitssyndrom’ nennt:, Lustlosigkeit, Freudlosigkeit, Gedankenlosigkeit, Mutlosigkeit, Kraftlosigkeit, Hilflosigkeit, Energielosigkeit, Emotionslosigkeit, Aussichtslosigkeit, Sinnlosigkeit.

Wenn die Hoffnung, etwas aufbauen und dadurch gestalten zu können, als Antrieb und Motivation schwindet, tritt die Zerstörung an ihren Platz, immer gepaart mit Selbstzerstörung. Ohnmachts-Angst in allen Schattierungen ist dann die nicht bewusste Motivation. Der Psychoanalytiker Peter Schellenbaum spricht von ‘Daseinswut’, die alle Bereiche des Menschen erfassen kann, eine ‘Vibration’ bis in die letzte Körperzelle.

Der Ausdruck der Zerstörung ist vielfältigster Art, je nach charakterlicher Disponierung: Das können z.B. Überlastungs-Depressionen sein, Stressfaktoren jeder Art, Überschwemmung von Freien Radikalen, aber auch Bakterien und/oder Viren-Attacken oder psychisch herbeigeführte Übersäuerung. Dies alles ist das Ergebnis energetischer Schwäche, die sich psychisch weiter verstärkt durch Gefühlsreduktionen: Freude, Glück, Zufriedenheit reduzieren sich und entschwinden; in Folge bricht das Immunsystem ein. Der energetisch ausgebrannte Mensch wird zum Resonanzkörper, der materiell-somatisch Negatives und psychisches Unglück aus seinem Umfeld geradezu aufsaugt (und wieder abgibt) und dadurch immer weiter in die Falle der Aussichts- und Hilflosigkeit gerät.

Das Verstehensbild für diese Zusammenhänge könnte folgendermaßen aussehen:

  1. ‘Gefangennahme’ des individuellen Bewusstseins (‘Gehirnwäsche’) durch Außensteuerung. Angst ist das Steuerungsmittel erster Ordnung; es geht darum, die Welt mittels Angst zu beherrschen.
    Dazu kommen die Steuerungsmittel zweiter Ordnung: Außensteuerung durch Falschinformationen und Außensteuerung durch beliebige Informations-Manipulation. Ebenso Außensteuerung durch Erschaffen von Schein-Wirklichkeiten (zum Beispiel durch gezielte Märchen wie ‘der gute König’ oder ‘der gute Präsident’ ‘die guten Politiker’, ‘die gute Demokratie’). Des Weiteren: Außensteuerung durch Verstopfung des Gehirns mit so genannter Information. Wirklich wesentliche Informationen werden erst gar nicht angeboten oder werden als solche nicht mehr erkannt, weil die neuronale Aufnahmekapazität mit Unsinnigkeiten ausgelastet ist
  2. Das Ergebnis ist eine gezielte Herrschafts-Programmierung des geistigen Steuerungssystems, durch Einspielen und ständiger Wiederholungen falscher oder bedeutungsloser Inhalte. Falsche Informationen beinhalten schwächende Kraftfelder, die Energie abziehen, die schwach machen (‘Energieräuber’). ‘Stress’ ist der volkstümliche Begriff für jenen Energie-Mangelzustand, der Hilflosigkeit schafft (die Massenhysterie randalierender Gruppen ist eine Stress-Entladung).
  3. Die Körpersteuerungen (Regelkreiskoppelungen) werden instabil, Funktionsstörungen kommen auf den Weg.
    Zwei der am weitest verbreiteten Symptome sind Dysfunktionen des vegetativen Nervensystems (‘vegetative Dystonie’) und Kreuzproblematik bis zum Bandscheibenvorfall (jeder Kreuzschmerz ist somatischer Ausdruck von Seelenschmerz).
  4. Ein tatsächlicher Gesundungsprozess eines Individuums kann nur durch Bewusstseinsveränderung, hin zur tatsächlichen Realität, in Gang gesetzt werden.

Dr. Warnke nennt beispielhaft als dramatische Folge psychischer Belastung (gemeint sind irrationale Angst- und Furchtreaktionen), einen zu hohen Cortisolspiegel, der eine ungünstige Stoffwechsellage schafft. „Ein über lange Zeit hoher Cortisolspiegel schädigt Teile des Gehirns, insbesondere den dem Lernen zugeordnete Hippokampus. Aber auch die Nervenzellen, die den Level von Cortisol im Feedback prüfen und regeln, werden durch einen zu hohen Cortisolspiegel geschädigt und degenerieren“. (2) (Um diesem hohen Cortisolspiegel zu entgehen, bräuchten wir z.B. eine 20-fache Erhöhung der Vitamin-C-Zufuhr!). Und dies mit echtem Vitamin C und nicht mit synthetischer Ascorbinsäure!

Diese Darstellung am Beispiel Cortisolspiegel, dass durch irrationale Angst als Ursache der Körper in die Krankheit getrieben wird, lässt sich erheblich erweitern, bis hin zu gestörten Mineralhaushalten mit gekoppelten falschen PH-Werten (latente Azidose), bis hin zu verminderter Hirndurchblutung usw.

Wenn die Cortisolreserven durch dauernde psychische Belastung aufgebraucht sind, wird ein anderer Weg eingeschlagen: das CHRONIC FATIGUE SYNDROM CFS. Folge ist chronische Müdigkeit und entzündliche Erkrankungen. Symptome können sein:

• Hunger
• Schwäche
• Kopfschmerz
• Apathie
• Ängste
• Starke Schweißabsonderung
• Übersäuerung (Azidose)
• Muskelkrämpfe
• Zeitweise Verwirrtheit
• Appetitlosigkeit
• Durchfälle
• Gewichtsabnahme
• Atemstörung
• Bewusstseinsstörungen
• Herzrhythmusstörungen (Tachykardie, Arrhythmien)
• Dysfunktionen im Gehirn (zerebrale Dysfunktionen)
• Störung des Gasaustauschs im Körper (Hyperventilation)
• Krämpfe/Schüttelkrämpe (Konvulsionen)
• Pigmentfreie Hautflecken (Vitiligo)
• Extrazellulärer Wassermangel (Dehydration)

Dauerstress bedeutet erhebliche Verringerung des energetischen Niveaus und führt zu vegetativen Überreaktionen. Oft führen schon allein die Gedanken an bestimmte Situationen zu diesen körperlichen Reaktionen.

Dauerstress ist eine Falschreaktion auf Grund von falschem Lernverhalten oder eine Falschreaktion als Folge einer Konditionierung, von der Gesellschaft aufgezwungen und nun verinnerlicht. Ist diese einmal ‘in Fleisch und Blut’ übergegangen, wird sie zum ständig und zwanghaft sich wiederholenden Skript. Ein fataler Mechanismus kommt in Gang, der als Folge der psychischen Dysfunktion die somatische Dysfunktion auf den Weg bringt.

Fast unsere gesamte Gesellschaft unterliegt dem Dauerstress als Folge des Dauerangriffs auf unsere psychische Autonomie und Selbstbestimmung. Dass Hyperaktivität einen Mangel an Energie anzeigt, mag viele überraschen: Dauerstress heißt übermäßige Erregung, heißt Dauer-Nervosität und erzeugt in unseren Körperzellen Energiemangel. Die notwendigen 70 Millivolt Potenzial, die eine Körperzelle im Ruhezustand benötigt, verringert sich. Das Energiedefizit schafft eine Übersensibilität der Reflexe und aller Reaktionen. Es schafft z.B. eine Dysregulation von Adrenalin, was zu einer nicht angemessenen Übererregtheit führt, zu Konzentrationsmangel und Nervosität. In den Zellmembranen herrscht eine zu niedrige Polarisation, was zu einem Fehlen von Kalium und Magnesium führt. Durch diese Verstärkung wird der Energiemangel noch größer und das Rad dreht sich immer schneller. Negative Emotionen, negative Gedanken, eben ein negatives Lebensgefühl wirken bei Energiearmut besonders destruktiv, wobei das erwähnte Rad sich auch dadurch immer schneller dreht.

Wenn wir die Dominanz der Psyche bei allen Lebensvorgängen erkennen, dann müssen wir eine Strategie entwickeln, die dieser Dominanz Rechnung trägt. Diese Strategie ist eigentlich gänzlich einfach, aber für uns Menschen, die wir Gruppenwesen sind, so schwer durchzuführen; sie heißt: Ich befreie mich von allen irrationalen Ängsten. Keine Außensteuerung mehr, keine Gefühlskontrolle mehr, keine außengesteuerte Moral mehr, keine Konditionierung mehr. Keine Abhängigkeit mehr. Stattdessen: Freiheit – eigene, psychische Autonomie.

Hohe Ziele, fürwahr, aber irgendwann, wenn die Erkenntnis, die Bewusstheit da ist, müssen wir abbauen: feindliche Gedanken, feindliches Verhalten, destruktive Aggressionen, dominantes Verhalten – aber auch die andere Seite der Medallie: klagloses Erleiden, Gefühle von Minderwertigkeit, das Zulassen von Übergriffen, die ganze Problematik des ständigen Helfen-Wollens. Ich muss meine seelische und körperliche Unversehrtheit einfordern und dabei alle Beziehungen auf Tauglichkeit überprüfen. Und allen Friedfertigkeits-Ideologen sei klar und deutlich gesagt: Selbstbehauptung ist mein Lebensrecht und keine Aggression! Sollte ich den zweiten Backen zum Draufschlagen hinhalten? Dann bin ich gehirngewaschen!

Eine immer schwächer werdende Psyche führt den Menschen letztendlich in den Psychotod, wobei der Mensch lange, sehr lange dahinvegetieren kann, bis er somatisch am Ende angekommen ist. Es gibt aber auch den gegenläufigen Weg: die Psyche erkennt und nutzt ihre Führungsfunktion, besinnt sich ihrer Dominanz über die körperlichen Regelkreise, und heilt den Körper. Aus einer daniederliegenden Psyche, aus tiefster Krankheit heraus, kann sich ein wunderbar neues und gesundes Leben begründen.

Was sagt nun die Wissenschaft, insbesonders die Neurobiologie zu diesen Zusammenhängen, wie weit ist hier die Forschung gediehen?

Zuerst ist zu fragen was ‘Stress’ eigentlich ist.

Alle lebenden Systeme sind offene Systeme, die mit ihrer Umgebung wechselwirken. Deshalb sind sie in ihrer inneren Ordnung besonders störanfällig für Änderungen in der äußeren Welt. Als Schutz gegen noch unbekannte Außenreize besitzt jedes System eigene Mechanismen, so genannte Puffer-Mechanismen, welche auf Änderungen von außen reagieren, die Folgen abschwächen usw. Das innere System beseitigt diese neuen Belastungen oder aktiviert sich so, dass die Belastungen in einem Prozess integriert werden können. Dann werden sie gemeistert: Die Herausforderung wurde angenommen und verarbeitet.

Diese kontrollierbare und integrierbare Störung (die dann keine Störung mehr ist, sondern ein erweiterter Teil meiner selbst), dies ist positiver Stress. Er ist evolutionär notwendig und sichert die Fortentwicklung aller lebendigen Systeme.
Unser Thema ist die nicht kontrollierbare Störung, wenn es dem System nicht gelingt, eine Integrations- oder dann wenigstens eine Abwehrstrategie zu entwickeln. Das, was wir landläufig Stress nennen, entsteht dann, wenn die körpereigenen Regelkreise destabilisiert werden und dadurch als Folge eine Angstreaktion entsteht. Kurz und allgemein: Stress ist eine Bedrohung, die nicht kontrolliert werden kann. Die Stressreaktion auf die bedrohlichen Reizkonstellationen ist ein als Angst wahrnehmbares Gefühl.

Stress hat eine psychische und dann – als Folge – eine somatische Komponente.

Auf der psychischen Ebene ist Stress immer die Angst vor Schutzlosigkeit. Die erste Schutzlosigkeitsphase, die Kindheit, hat jeder von uns hinter sich und jeder hat spezifische Bewältigungsstrategien entwickelt. Die Psychoanalyse hat jene frühkindlichen Stress- und Angstbewältigungs-Strategien bestens erforscht und wir wissen deshalb viel darüber:
Je nach Art der Angst und den gegebenen Möglichkeiten der Angstvermeidung hat sich der individuelle Charakter eines Menschen herausgebildet. Der Charakter mit dem, was man ‘Temperament’ nennt ist die Antwort auf die frühkindliche Suche nach Geborgenheit – und er kann zu einem Panzer werden, um mich vor der ‘Welt’ zu schützen. Wir kennen die Einteilung der als Charaktereigenschaften sichtbaren Angstformen in ‘schizoid’, ‘depressiv’, ‘zwanghaft’ und ‘hysterisch’ der klassischen Psychoanalyse. Irgendwo zwischen diesen diversen Angstformen bewegen wir uns alle ohne Ausnahme:

  • Die schizoide psychische Konstellation: Angst vor den Mitmenschen; Angst vor großer Nähe; Angst vor dem Du; Angst vor der öffnenden Hingabe; diffuse existenzbedrohende Angst, Daseinsangst; permanente Daseinswut als Angstform; Hass als Angstform; Resonanz zur Grausamkeit; Zynismus; feindselige Ablehnung; Minderwertigkeit oder Unwertigkeit des Du als Angstvermeidung; Angst verrückt zu werden.
  • Die depressive psychische Konstellation: Angst, aus der Geborgenheit heraus zu fallen; Angst, ein eigenständiges Ich zu werden; allgemeine Trennungs- und Verlustängste; Angst vor dem Verlassen werden; Angst vor dem Alleinsein; Angst vor der Selbstwerdung; Opferung des Ichs als Form der Angst; Fettsucht als Angstfolge; Magersucht als Angstfolge; Herrschsucht als Angstfolge; Putzsucht als Angstfolge; Arbeitssucht als Angstfolge; es allen recht machen wollen als Folge von Ängsten nicht geliebt zu werden; Selbstlosigkeit und Aufopferung als Folge von Ängsten nicht geliebt zu werden; Angst vor der Verantwortung und vor dem Erwachsenwerden; überwertige Bescheidenheit, überwertige Friedfertigkeit, Bedürfnislosigkeit, Hochmut und moralische Überlegenheit als Folge von versteckten Ängsten.
  • Die zwanghafte psychische Konstellation: Angst vor der Vergänglichkeit; Angst vor Veränderungen; Angst vor Risiko; überwertiges Sicherheitsbedürfnis; Angst vor Unsicherheit; Angst vor Ungeordnetheit und Chaos; Angst vor Vertrauen; Angst vor Zweifel; Angst vor Rebellion; Angst vor sexuellen Impulsen; Angst vor allem Neuen; Angst vor Norm-Abweichungen und vor Verbotenem; Angst vor Strafe und Verboten; Angst vor Liebesentzug; Angst vor Gefühlen und Affekten; Trödeln als Aggressions-Äquivalent; Unentschlossenheit und Umständlichkeit als Aggressions-Äquivalent.
  • Die hysterische psychische Konstellation: Angst vor dem Endgültigen; Angst vor dem Unausweichlichen; Angst vor dem Notwendigen; Angst vor der Begrenztheit; Angst vor ewig Gültigem; Angst vor den Spielregeln des Zusammenlebens; Angst vor Natur- und Lebensgesetzlichkeiten; Angst vor den Gesetzen der Kausalität; Angst vor der Realität und vor verbindlichem Handeln; Angst vor der biologischen Wirklichkeit und dem Altern; Angst vor der Verantwortung; Angst vor Selbsteinsicht; Angst vor Bewunderungsverlust als Liebesentzug; Selbstbewunderung, überwertige Eigenliebe (Narzissmus) als Angstform; Geltungssucht als Angstform; Platzangst als Mechanismus der Angstverschiebung; Agoraphobien, Klaustrophobien, Menschen- oder Tierphobien als Mechanismus der Angstverschiebung.

Man könnte die Formen der frühkindlichen Angst- bzw. Stressbewältigungs-Strategien so einteilen: In der Mitte steht sozusagen der zwanghafte Perfektionist mit der Lebensüberschrift: „Immer folgsam sein und alles richtigmachen!“ Zur einen Seite hin stehen die gepanzerten ‘Realisten’ mit der Überschrift: „Immer zusammenreißen und nichts preisgeben!“ und die gefühls- und haltlosen Egoisten mit ihrer Lebensüberschrift: „Ich tu und mache was ich will, was gehen mich andere an!“ Zu der anderen Seite – vom zwanghaften Perfektionisten aus – stehen die Narzisten mit der Überschrift: „Ich bin etwas ganz Besonders auf dieser Welt – schaut nur alle her!“ und die Altruisten, die selbstlos-hochmütigen Friedensapostel mit der Lebensüberschrift: „Ich helfe und will nichts dafür!“ – oder – „Gerne halte ich auch die andere Backe hin!“

Die verschiedenen hier beschriebenen Persönlichkeitstypen samt vieler Mischformen sind in Bahnen geleitete, herausgeformte, kontrollierbar gewordene Stressreaktionen. In der Regel kann jeder Typ mit seinen kontrollierbaren Belastungen – zumindest sozialverträglich – umgehen! Bitter kann es werden, wenn ich frühkindliche Stress-Situationen auf heutige Menschen dann übertrage, wenn eine Konstellation wie damals eintritt, die mir im Jetzt aber nicht bewusst ist. Beispiel: Hat der strenge Vater vor seinem Bestrafungsritual, das für mich demütigend, erniedrigend war, immer mit den Fingern geschnippt, dann hüte sich heute jemand in meiner Umgebung mit den Fingern zu schnippen. Mein versteckter und nicht bewusster Hass auf meinen Vater wird sich über diesen schnippenden Menschen so sehr ergießen, besonders wenn er männlich ist, dass diesem Hören und Sehen vergehen wird, so er sich auf mich einlässt. In der Regel werden weder er noch ich je erkennen, warum eine solch (objektiv grundlose) Feindschaft entstanden ist (die rationalen Argumente dazu werden sicher schnell gefunden). Und der schnippende Mensch hat keine, aber auch gar keine Chance, meinem Hass zu entgehen, er kann reden, erklären und tun was er will. Das einzige, was er machen kann, ist die Flucht ergreifen (bei Partnerschaften, die sich stützen, ist hier die Chance einer grandiosen Aufarbeitung möglich).

Die wichtigsten Auslöser der Stressreaktionen sind

  • tatsächliche belastende Ereignisse mit ganz realem Hintergrund;
  • aus früheren Zeiten übertragene belastende Ereignisse, bei denen die Ursache unbewusst bleibt (Übertragungen);
  • zu erwartende (aber noch nicht eingetretene) belastende Ereignisse, die man sich an Hand früherer Ereignisse herbeidenkt und herbeiredet;
  • vorgestellte (phantasierte) belastende Ereignisse, die auf irrigen Annahmen beruhen;
  • irreale Ängste, die durch Außensteuerung erzeugt und geschürt werden.

Es gibt grundsätzlich zwei Gruppen von Stressoren: die tatsächlichen, realen und die unwirklichen, die irrealen. Und hier liegt das Problem: Das Gehirn und das Immunsystem, welche sich mit ihren Signalen in die Körpersteuerung einklinken (beide sind die obersten Wächter über unsere Gesundheit), können nicht zwischen tatsächlich begründetem Stress und eingebildetem Stress unterscheiden. Das harmlose Mäuslein oder die klitzekleine Spinne können eine Hormon-Ausschüttungs-Spirale von geradezu gigantischem Ausmaß auslösen, als liefe mir in der Steppe ein hungriger Löwe entgegen (die Wissenschaft nennt dies ‘Kaskade’, abgeleitet von Wasserfall, Sturzbach).

Der Neurobiologe Professor Dr. Gerald Hüther beschreibt, wie es „zu einer unspezifischen Aktivierung neuronaler Netzwerke des assoziativen Cortex (kommt), welche sich in tiefer gelegene, limbische Hirnregionen ausbreitet und unter anderem auch zur Aktivierung des zentralen und periphären noradrenergen Systems führt: Die vermehrte Ausschüttung von Noradrenalin durch aufsteigende noradrenergene Projektionen verstärkt die neuronale Aktivität in corticalen und limbischen Hirnregionen noch weiter und trägt zur ‘Filterung’ der dort einlaufenden Erregungen bei (fokussierte Aufmerksamkeit).

Wenn auf diese Weise keine geeignete Problemlösungsstrategie aktiviert werden kann, erreicht das sich weiter aufschaukelnde Erregungsmuster auch die neurosekrotorischen Kerngebiete im Hypothalamus und führt über die vermehrte Ausschüttung von Vasopressin und CRH (Corticotropin Releasing Hormone) zur Stimulation der Freisetzung von ACTH (adrenocortikotrophes Hormon) und Endorphin durch die Adrenohypophyse. ACTH stimuliert die Cortisolsekretion der Nebennierenrinde, und das freigesetzte Cortisol wirkt seinerseits wieder hemmend auf einzelne Komponenten dieser Kaskade zurück.“ (3)

Es ist, so, dass die durch Stress entstehenden elektrischen Signale, welche über die Nervenbahnen weitergeleitet werden, an den Nervenzellen-Kontaktstellen, den Synapsen, in chemische Ausschüttungen umgewandelt werden. Diese sind nun die Botenstoffe, welche die anfangs energetischen Informationen nun chemisch weitergeben, auch an das Immunsystem und in das Gehirn. Das Gehirn empfängt so eine ganze Reihe von Informationen und ist über diesem Weg auch mit dem Immunsystem vernetzt. Manche Informationsträger wie die so genannten Cytokine können sogar die Blut-Hirn-Schranke mühelos überwinden. (4) Es ist gesichert, dass Fehlschaltungen oder Unterbrechungen zwischen Gehirn und Immunsystem eine höhere Entzündungs- bzw. Infektionsbereitschaft des Körpers nach sich ziehen.

Aus psychisch erzeugten Informationen werden elektrische Signale. Die werden zu Impulsen für die Erzeugung oder Nicht-Erzeugung von stofflichen Molekülen, welche dann auch dem zentralen Nervensystem den Stand der Dinge mitteilen oder nicht. Dieses Nervensystem schickt dann (oder nicht) wiederum dem körperlichen Abwehrsystem spezifische Substanzen, um zu Beispiel Eindringlinge abzuwehren (oder nicht).

Ob ich also ein intaktes Immunsystem habe oder nicht, hängt von der anfänglichen Information, dem Denk- und Gefühlsimpuls ab, von meiner individuellen geistigen Haltung dem Leben gegenüber, die dann, wenn sie sich an den Synapsen materiell umsetzt, unumkehrbar ihren Weg geht. Ist die Anfangsinformation nicht handhabbarer Stress, dann steigt das Infektionsrisiko und es ist deshalb nicht verwunderlich, dass dauergestresste Menschen zumindest ständig erkältet sind.

Zu allem kommt, dass man bei Dauerstress sich in einem überwachen Zustand befindet und wenig oder schlecht schläft. Dafür ist eine Überproduktion des schon erwähnten Schlüsselhormons CRH verantwortlich, weil der hormonelle Regelkreis Hypothalamus-Hirnanhangdrüse-Nebennierenrinde gestört ist.

So wie die Wissenschaft die Hormon-Kaskade, die zur Schwächung des Immunsystems führt kennt, so hat sie auch diejenigen Kaskaden entschlüsselt, die zu Herz-Kreislauferkrankungen bis hin zum Herzinfarkt führen.
Da die Herz-Kreislauferkrankungen in unseren westlichen Demokratien die häufigste Todesursache darstellen, wobei fast die Hälfte der Betroffenen jünger sind als 65 Jahre, sollte man hier tatsächliche Ursachenforschung betreiben. Und dies tut eine immer größere Gruppe von Wissenschaftlern.

Werner J. Meinhold berichtet, dass mit den gängigen Theorien über Herzinfarkt nur etwa ein Prozent der Infarkte erklärt werden kann und dass 99% aller Infarkte kein Gefäßverschluss zugrunde liegen, sondern Mangeldurchblutungen mit der Folge dann von Gewebszerstörungen. Er schreibt: „Eine andauernde seelische Anspannung oder auch eine kurzfristige, aber sehr starke Überspannung hat psychosomatisch in Bezug auf das Herz mehrere Konsequenzen:

  • Sie führt zu einer direkten Verengung der Gefäße, indem sie über die Gefäßmuskulatur den Tonus erhöht und dadurch den Querschnitt verringert;
  • eine indirekte Verengung der Gefäße und Minderdurchblutung ergeben sich durch die verstärkte Herzmuskeltätigkeit, die den Herzkranzgefäßen weniger Raum und Zeit lässt, die Blutversorgung zu leisten;
  • die Dauerspannung bewirkt einen Verlust an Gefäßelastizität, der Ablagerungen erleichtert und damit die Durchblutung zusätzlich einschränkt;
  • die Ablagerungen werden außerdem dadurch begünstigt, dass starker Stress die Blutfette ansteigen lässt und so die Blutviskosität ungünstig verändert.
  • Demgegenüber steht ein erhöhter Sauerstoffbedarf des überforderten Herzmuskels, der bald nicht mehr gedeckt werden kann und eine Entgleisung des Zellstoffwechsels in die Azidose (Übersäuerung) provoziert.
  • Diese ‘inneren’ psychosomatischen Prozesse werden meist durch ‘äußere’ unterstützt, indem der Infarktkandidat versucht, seine seelische Überspannung durch orale Ersatzbefriedigungen, die symbolisch das ‘Stillen’’ des Kleinkindes ersetzen, zu beherrschen. Rauchen, Süßigkeiten, übermäßiges Essen oder die Flucht in den Alkohol sind jedoch nur kurzfristige Hilfen auf dem Wege der Konfliktverdrängung, langfristig sind sie scharfe autoaggressive Waffen, die vorübergehend eine Ersatzbefriedigung vermitteln, aber die Mangelsituation des Herzens weiter verschlechtern. Dass keine Zeit mehr zur gesunden Bewegung bleibt, ist in dieser Situation ohnehin üblich.

Auf der geistigen Ebene entsprechen die körperlichen Prozesse dem, was sich beim Infarktgefährdeten oft beobachten lässt: Die übergroße Anpassung an die von außen gespürten (bzw. nach außen projizierten) Anforderungen erfolgt auf Kosten einer Verhärtung, ja einer Starre gegenüber dem eigenen inneren Wesen, man könnte sogar sagen, auf Kosten einer ‘Ich-Starre’. Wenn aber das Herz das Ich-Organ des Menschen ist, dann führt die Ich-Starre zur Herz-Starre. Parallel dazu wird die verschobene Lebensrhythmik auf das Herz übertragen und (es) bewirken die depressiven ‘sauren’ Seelenströmungen eine Übersäuerung der biochemischen Prozesse im Herzmuskel.“ (5)

Es gibt zwei große Gruppen der Herz-Kreislauferkrankungen, das ist zum ersten die koronare Herzkrankheit, bei der sich die Herzkranzgefäße verengen und die Bluthochdruckkrankheit. Die koronare Herzkrankheit zeichnet sich aus durch Sauerstoffmangel in den Gefäßen, was zu den bekannten Engegefühlen in der Brust führt (Angina pectoris bis Infarkt). Einher geht dies mit einem erhöhten Cholesterinspiegel und übermäßigen Harnsäurewerten. Überhaupt ist der Herzkranke durch und durch sauer (in der Regel PH-Wert im Urin um 5) und bis heute wird gebetsmühlenhaft verkündet, dies wäre eine Folge des ungesunden Lebenswandels und schlechter Essgewohnheiten.

Natürlich sind Übergewicht, Rauchen, erhöhter Alkoholkonsum, Bewegungsmangel, reichlich Jodsalz und Wassermangel in den Körperzellen ebenfalls Risikofaktoren, die jeder vernünftige Mensch meiden sollte. Aber die wirklichen Ursachen liegen, wie die Wissenschaft heute weiß, im psychosozialen Stress. Ursache und Anstoß der Krankheit ist der energetische Stress-Impuls. Der tödliche Infarkt ist dann der Schlusspunkt, das ultimative Symptom.
Was schon am Anfang der achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts aufhorchen ließ, war die gemeinsame Studie von Jay Kaplan (Universität Berkeley/USA) und Stephen Manuck (Universität Pittsburgh/USA). Sie versetzen eine Affenherde zwei Jahre lang in kontrollierten Dauerstress, indem sie fremde, rangordnungshohe Affen zur Herde dazugaben. Damit musste die Rangordnung durch Kämpfe neu geregelt werden. Bevor nun ein Konsens eintrat, wurden gezielt wiederum Affen getauscht, so dass die starken Männchen niemals aus den Rangordnungskämpfen herauskamen.

Gegenüber der Kontrollgruppe zeigten die dominanten Männchen nach diesem zweijährigen täglichen Ärger mit den Artgenossen starke arteriosklerotische Veränderungen – sie litten an der koronaren Herzkrankheit.

Der Professor für klinische Psychologie, Dr. Claus Vögele, berichtet Ähnliches beim Menschen, „ein typisches Verhaltensmuster, das durch … Ärger und Feindseligkeit gekennzeichnet ist. Auf dieses so genannte Typ-A-Verhalten achtet man seither in Studien zum Einfluss von psychosozialen Stressfaktoren auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen besonders.“ (6) Vögele zeigt auf, dass der besserwissende, nörgelnde bis zynisch-aggressive männliche Leistungstyp überdurchschnittlich oft herzkrank ist und er zieht das Fazit, dass diese Menschen „erkranken, weil sie unablässig nach Anerkennung streben, sich permanent unter Zeitdruck fühlen und in Stress-Situationen aggressiv und feindselig reagieren“ (7)

Diese Aggressivität muss sich nicht nach außen richten! Sie kann als nach innen gerichtete Autoaggression ein Mittel der Selbstzerstörung sein, weil die emotionale Lebenslage aussichtslos zu sein scheint. Insbesonders bei symbiotischen Lebensbeziehungen ist der ‘sprachlose’, der defensive Partner gegenüber dem lauten und nach außen aggressiven gefährdet, besonders wenn der Bluthochdruck verstärkend hinzukommt. Werner Meinholds Darstellung des Herzinfarkts als ‘Suizid aus dem Unbewussten’ ist hauptsächlich hier angesiedelt und kann nicht genug beachtet werden.

Bluthochdruck, die zweite große Gruppe der Herz-Kreislauferkrankungen, zeigt sich in allen Studien bei Menschen, welche als Bewältigungsstrategie die Unterdrückung des Ärgers gewählt haben. Das ‘Hinunterschlucken’ von Ärger macht ebenso krank wie das ständige Hinausprojizieren auf andere, entscheidend ist der nicht handhabbare Stressimpuls. Bei Menschen, die ihren Ärger nach innen tragen, sieht die hormonelle Kaskade so aus: Der emotionale Reiz gelangt in das Gehirn, wo ein Steuerungsbefehl an den Sympathikus, einem Teil des vegetativen Nervensystems weitergegeben wird. Die beteiligten Fasern des Sympathikus geben ihrerseits den Befehl an das Nebennierenmark weiter, welches Adrenalin freisetzt. Somit wird schlagartig der Adrenalinspiegel erhöht, was eine Überaktivierung von Blutdruck und Puls zur Folge hat. Der Organismus organisiert so seinen Überlebenskampf, denn er hat vom Gehirn die Nachricht einer vitalen Bedrohung erhalten.

Vögele zieht das Fazit:

  • „Wird Ärger in belastenden Situationen immerfort unterdrückt, steigt jeweils der Blutdruck akut an; das verursacht langfristig strukturelle Veränderungen im Gefäßsystem – die Voraussetzung für chronischen Bluthochdruck.
  • Äußert sich Ärger dagegen in einem feindseligen Verhalten, steigt die Pulsfrequenz akut an, und dadurch wird vorübergehend die Sauerstoffversorgung des Herzens gestört; das kann eine Schädigung der Gefäßinnenwände nach sich ziehen und somit eine Arteriosklerose begünstigen.“ (8)

Auf der Suche nach Lösungen, die uns frei machen von allen Erkrankungen, müssen wir an den Punkt jenes Impulses gelangen, der als erster Steuerungsbefehl die nachfolgende Kaskade in Gang setzt. Bevor die Synapsentätigkeit einsetzt und aus einer energetischen Anweisung eine chemische Reaktion wird, müssen wir zur Stelle sein, damit es überhaupt nicht zu diesem ersten Fehl-Steuerungsbefehl kommt.

Welchen Weg wir dazu gehen müssen kann uns die Schulmedizin nicht aufzeigen, aber immerhin zeigen uns fortschrittliche Wissenschaftler, welche Wege wir nicht gehen sollen. Der im Fachbereich Humanmedizin tätige Dr. habil. Gert Kaluza schreibt: „Als durchgängig unwirksam erwiesen sich Strategien wie etwa realitätsflüchtige Wunschphantasien, gar noch verbunden mit Alkohol- und Medikamentenkonsum. Ineffektiv ist auch, die emotionale Belastung und Spannung an anderen auszulassen oder sich auszutoben, um nach einer gängigen Redewendung ‘Dampf’ abzulassen. Psychische Reaktionen wie Selbstabwertung, Selbstbeschuldigung und Selbstbemitleidung, die häufig eine grüblerische Weiterbeschäftigung mit der Sache bedingen, helfen ebenfalls nicht.“ (9)

Weiter als unwirksam nennt Kaluza alle defensiven Strategien, welche belastende Situationen zu umgehen versuchen. Aber auch positive Veränderungsmöglichkeiten werden aufgezeigt, allerdings mit einem recht resignativen Unterton: positive Neubewertung von Situationen, Vergleiche mit Zeiten in denen es einem noch schlechter ging, aktives, problemlösungsorientiertes Handeln (wenn der Betroffene überhaupt die Situation kontrollieren kann) und das Abfinden-Können mit Unabänderlichem.

Diese Ansätze sind lobenswert, genügen aber bei Weitem nicht! Aber wo sind die tatsächlichen Lösungen?

Jede, absolut jede Körperfunktion beginnt bei den kleinsten Funktionen, den so genannten Quantenfunktionen (10), wobei die Psyche Resonanzmuster in Schwingung versetzt, welche dann den geistigen Inhalt, sozusagen den Geist-Befehl, weitergibt und in einer Kettenreaktion somatisch umsetzt. Die uns innewohnende Funktionsautomatik, das zellulare Bewusstsein, bewertet aktuell jede Situation des Augenblicks, erzeugt immer neue Messdaten, vergleicht diese mit denen der Vergangenheit, aktualisiert sie und kommt zu einem Schluss auf Grund der eingegebenen energetischen Inhalte.

Spielt das falsch programmierte Bewusstsein falsche Daten ein, wird dadurch das System falsch programmiert; dann dreht sich das psycho-somatische Rad in Richtung Krankheit.

Fazit: Um aus dem angesprochenen Teufelskreis herauszukommen, muss ich mir eine Bewusstheit über meine Bewusstseinsinhalte schaffen: Ich beginn meine Bewusstseinsinhalte zu kontrollieren und ich programmiere mein Bewusstsein neu. Ich trete mit einem Ruck aus meinem System des Erleidens oder des Erzwingens heraus, trete quasi neben mein System und leite gezielt und bewusst eine Bewusstseins-Transformation bei mir ein: Ich erkenne, ich verstehe, ich handle; diese drei Schritte werden zu einer Einheit, die alles wegfegt, was nicht zu meinem tatsächlichen Selbst gehört.

Man könnte dies auch so formulieren: Ich stelle mich auf den Kopf, halte mich dabei an den Seiten und schüttle mich kopfunter so lange, bis alles aus mir herausgefallen ist, was je in diesem Leben in mich hineingegeben wurde. Von allem, was nicht zu meiner ursprünglichen Identität gehört, trenne ich mich. Ich definiere mich nicht nur neu, ich erschaffe mich in einem grandiosen Willensakt wieder so, wie ich einmal war; ich re-animiere, ich wiederbelebe mich neu. Es ist nur eine einzige Sache für mich zu tun: mich selbst wiederzufinden!

Quellenangabe/Erläuterungen

(1) In Teilen meinen Ausführungen beziehe ich mich auf die Arbeiten Warnkes, insbesonders auf die Aussagen in seinen Büchern: ‘Gehirn-Magie’ ‘Die geheime Macht der Psyche’ und ‘Diesseits und jenseits der Raum-Zeit-Netze’, alle erschienen bei ‘Popular Academic Verlags-Gesellschaft’.
(2) Warnke, U.: ‘Die geheime Macht der Psyche’, Popular Academic Verlags-Gesellschaft 3. Aufl. 2001, S. 195
(3) Hüther, Gerald: ‘Der Traum vom stressfreien Leben’, in: ‘Spektrum der Wissenschaft’ 3/1999, S. 10.
(4) Siehe dazu: Spektrum der Wissenschaft 5/1991, S. 102
(5) Meinhold, Werner J.: ‘Herzinfarkt aus heiterem Himmel oder Suizid aus dem Unbewussten’ in: ‘Das Herz – Rhythmus und Kreislauf des Lebens’, Walter-Verlag 1997, S. 226f
(6)(7)(8) Vögele, Claus: ‘Psychosozialer Stress und Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ in: ‘Spektrum der Wissenschaft’ 3/1999, S. 40ff.
(9) Kaluza, Gert: ‘Stress-Bewältigung und Gesundheit’, in: ‘Spektrum der Wissenschaft’ 3/1999, S. 54ff.
(10) ‘Quant’ ist die kleinste mögliche Funktions- bzw. Informationseinheit.

Aus Walter Häge: „Selbstheilung durch neuronale Steuerung“
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Mein Recht, keine Angst zu haben

Irrationale Angst ist die Krankheit des westlichen, zivilisierten Menschen. Sie ist wie ein Virus, der sich einschleicht, sie ist ein Bestandteil, der nicht zum Leben gehören sollte. Irrationale Angst ist ein Fremdkörper. Sie ist etwas, das wir aufdecken, bloßlegen, besiegen müssen.

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Rationale Angst ist ein Bestandteil unseres Lebens. Wer meint, keine solche Ängste haben zu müssen, denkt illusionär. Unsere menschliche Strategie ist die, der Angst auszuweichen, sie zu hintergehen, sie wegzuschieben, sie zu verdrängen.
Wir müssen stark genug werden, um Gegenkräfte zu entwickeln, welche die Angst aufdecken oder zumindest diese in Schach halten.

Angst ist immer eine individuelle, persönliche Angst, die aus mir selbst kommt und von mir nach außen geht.

Angst ist ein Warnsignal, ein Impuls, ein Gefahrenanzeiger, der in sich die Aufforderung enthält, die Ursache der Angst zu überwinden. Ängste sind natürliche Bestandteile unseres Lebens. Aber wie gehen wir mit ihnen um?

Das Angstsignal setzt immer dort ein, wo ich einer Situation nicht gewachsen bin. Jeder Entwicklungsschritt, jeder neue Lebensabschnitt, alles Neue, Unbekannte, alles Fremde ist mit Angst besetzt. Stress ist Angst. Die reale Angst, die reale Gefahr, gilt es zu erkennen, um ihr dann ganz konkret aus dem Weg gehen zu können. Die reale Gefahr ist tatsächlich und wirklich, und sie ist die Gefahr, mit der wir umgehen müssen. Man weicht aus, flieht oder kämpft!

Die Angst, die aus dieser realen Gefahr erwächst, ist ursächlich, natürlich und Bestandteil unseres Lebens. Was uns krank macht, ist die irreale Angst. Diese ist nicht wirklich, sie ist eingebildet, gründet auf Illusionen und wird fälschlicherweise als real erlebt. Der Körper reagiert auf diese falschen Signale, als wären sie echte Signale. Der Körper wird in Aufruhr versetzt, wird zu Gegenmaßnahmen gezwungen für etwas, was es überhaupt nicht gibt. (12)

Eine große Gruppe von Menschen hat die unterschwellige Angst, aus der Geborgenheit der Gemeinschaft herauszufallen, isoliert zu werden und somit einsam und allein dazustehen. Jeder von uns gehört bestimmten Gruppen an, in denen wir uns wohl und heimisch fühlen. Entwickeln wir aber unser Ich, indem wir zum reifen, selbstständigen Menschen werden, müssen wir uns immer mehr von unserer Gruppe entfernen.

Wir erleben die Einsamkeit, die Angst, je mehr wir von der Masse der Menschen weggehen. Mit dem Prozess des Selbst-Werdens geht die Angst einher.

Dies ist mit einer Pyramide zu vergleichen. Die Grundfläche ist eine breite, feste Basis von Menschen mit ähnlichen Merkmalen. Man ist hier vollkommen abgesichert (meint man). Je weiter ich nun in der Pyramide nach oben steige, desto weniger Menschen sind um mich. Ganz oben stehe ich mutterseelenallein. Hier bin ich völlig aus der Sicherheit der Gruppe herausgetreten.

Je weiter ich nach oben gehe, desto stärker muss ich sein, denn die Angst rückt ebenfalls mit jedem Schritt näher. Diese Angst, die als Herausfallen aus der Geborgenheit erlebt wird, wurde ja in den ersten Lebensminuten hier auf der Erde tatsächlich erlebt. Und nicht nur die Angst davor: Es geschah tatsächlich! Jeder von uns fiel heraus, musste herausfallen aus dem Mutterleib, aus der Glückseligkeit, aus dem beglückenden kosmischen Bewusstsein, sonst wäre er ja nicht hier.

Gegen diese Angst nun entwickeln wir ausgefeilte Strategien. Man kann sie scheinbar überwinden, indem man sich zum Beispiel an einen Partner klammert. Am besten ist es, ich mache mir diesen Partner abhängig. Jede Lockerung dieser Abhängigkeit bedeutet allein gelassen werden, verlassen werden, bedeutet Verzweiflung und Traurigkeit. Diese Angst, die als ‘Depression’ bezeichnet wird, die man oft ‘grundlos’ nennt, ist immer Verlustangst, wobei der Verlust nicht ein Mensch sein muss. Es können Erinnerungen an vergangene Zeiten sein, an Plätze, an Orte, an eine Wohnung, die man besonders liebte, und vieles mehr.

Ein wesentlicher Grundzug, der dieser Angst folgt, ist das Hinnehmen, ist mangelndes Durchsetzungsvermögen, ist Nachgeben. Wer sich weigert, voll und verantwortlich erwach­sen zu werden, wird zum Objekt anderer oder des Lebens allgemein. Wer die Verantwortung, erwachsen zu werden, nicht übernimmt, schafft dadurch eine Bereitschaft, sich schuldig zu fühlen. Schuldig sein und minderwertig sein erzeugen Angst vor dem Leben.

Nach außen hin kann dies alles in einem positiven Kleid erscheinen: Mitleid, Verständnisbereitschaft, Einfühlungsvermögen, also Tugenden, die so mancher mit Stolz vor sich herträgt. Die scheinbare moralische Position, die moralische Überlegenheit, ist das Trostpflaster für ein versäumtes Leben!

Die zweite große Angstgruppe zeigt genau die gegenteiligen Merkmale, nämlich tiefe Angst vor mitmenschlicher Nähe. Es sind dies die kühlen, unpersönlich wirkenden, distanzierten Menschen, die vielleicht morgen schon den guten Kontakt von heute bereuen. Sie können nicht vertrauen: Nicht den Mitmenschen, nicht dem Leben. Manchmal trauen sie sich nicht einmal selbst.

Sie haben ständig Angst, das eigene ‘Ich’ zu verlieren, abhängig zu werden, Opfer von anderen Menschen zu werden, sich so sehr anpassen zu müssen, dass ihre eigene Person dabei verloren geht. Diese so stolzen und unnahbaren Menschen können zu Bündeln der Angst werden, Angst die gut unter der zugehaltenen Decke kocht.

Isolation macht feindlich. Durch Isolation geht Kontakt verloren. Ohne Wechselbeziehung mit der Umwelt geht die Orientierung verloren. Ohne Orientierung an seinen Mitmenschen entstehen Zweifel, ob die Wirklichkeit, die ich erlebe, die wirkliche Wirklichkeit ist. Gibt es vielleicht zwei Wirklichkeiten? Die Wirklichkeit ‘da draußen’ und eine eigene, selbst geschaffene, innere Realität?

Diese Menschen versuchen, den Verstand und die Logik als ihre Helfer heranzuholen. Für sie sind Gefühle trügerisch und gefährlich und deshalb geht der Verstand und das so genannte rationale Handeln über alles. Das, was die Gesellschaft „Intelligenz“ nennt, entwickelt sich oft überdurchschnittlich, das seelische Erleben aber ist unterentwickelt. Es sieht so aus, als würden alle zum Leben notwendigen Gefühle in einen anderen Kanal laufen, als der Verstand, so als wären dies zwei völlig getrennte Dinge, als hätten sie keine Verbindung zueinander.

Die Angst vor der Nähe wird nun mit dem untauglichsten Mittel bekämpft, das es überhaupt gibt: Man versucht die Unabhängigkeit von der Welt immer mehr zu vergrößern. Doch, je stärker die Isolation, desto stärker entwickelt sich die Angst und so geht dieser Teufelskreis weiter.

Was diese Menschen, wenn sie mächtig sind, so gefährlich macht, ist dies, dass sie zerstören. Dass sie sich selbst zerstören, das ginge noch an, aber sie zerstören in vielfältiger Weise das Leben überhaupt, unsere Lebensgrundlage, unsere Erde.

Die dritte große Gruppe der Mitmenschen wird geprägt durch die Angst vor der Vergänglichkeit. Wir sind geboren worden und haben uns in der folgenden Zeit, nach Kindheit und Jugend, häuslich eingerichtet. Das können wir in der Regel ruhig wörtlich nehmen. Wir haben nicht nur Beziehungen aufgebaut, wir haben auch ein wie auch immer geartetes Gleichgewicht geschaffen.

Wir gründen unser Dasein auf diesem Planeten Erde, als ob die Zielsetzungen ewig weitergingen, als ob das Hiersein unbegrenzt wäre, als ob es eine statische Welt gäbe, als ob Zukunft voraussehbar sein, als ob wir mit irgendetwas rechnen könnten, das bleibend wäre.

Den Wunsch, dass das, was ich liebe, bleibt, haben wir in alle. Den Menschen dieser Ausprägung geht jedoch das, was sie ‘Sicherheit’ nennen, über alles. Ihr Antrieb ist eine tiefe Angst vor der Vergänglichkeit: Etwas, was ich besitze, könnte plötzlich nicht mehr da sein, etwas das ich denke und glaube, könnte sich plötzlich als falsch erweisen. Ändere ich eine Verhaltensweise, dann war die vorige falsch. Das kann nicht sein und wird nicht sein!

Hinter jeder erstarrten, leblosen Lebensregel, sei sie religiös, politisch oder sonst wie motiviert, steht die Angst vor der Veränderung, die Angst vor der Vergänglichkeit, die Angst vor dem Tod. Man nennt diese Sicherheits-Menschen auch deshalb ‘zwanghaft’, weil sie alles um sich herum ihrem Willen unterordnen wollen. Allem Lebendigen, über das sie Macht haben, zwingen sie ihre Norm auf. Hier kann nichts leicht oder gar locker genommen werden. Hier kann man nicht einmal Fünf gerade sein, um Gottes willen! Da bricht ja die Weltordnung zusammen! Wenn ich nicht alle und alles kontrolliere, wenn ich nur ein wenig locker lasse, dann bricht das totale Chaos aus – die große Angst.

Die vierte Form der Angst ist genau das Gegenteil der Vergänglichkeits-Angst. Es ist die Angst vor dem Endgültigen, dem Unausweichlichen, die Angst, die Freiheit zu verlieren und eingeengt zu werden. Regeln, Gesetze, Gewohnheiten, alles was fest gefügt und statisch ist, was festzuhalten droht, was einengt und begrenzt erscheint, ist gefährlich und bedrohlich. Es ist die Angst vor Erstarrung, vor der Endgültigkeit.

Die Angst die Freiheit zu verlieren und durch Ordnungen oder Regeln eingeengt zu werden, ist bei diesen Menschen riesengroß, darum ist ständige Veränderung angesagt. Alles Neue wird bejaht, Risiko wird eingegangen und die ungewisse Zukunft ist die große Chance.

Der neuste Stand der Wissenschaft ist für diese Menschen nicht der aktuelle Stand des Irrtums, sondern die definitive Erkenntnis, auf welche die Menschheit schon so lange wartet! Das ‘Alte’ wird immer und sofort durch das ‘Neue’ aufgegeben. Nichts, was mit meiner Person zu tun hat, ist verbindlich, nichts ist für mich verpflichtend und einmal ist sowieso keinmal. „Alles ist relativ“, „genieße das Leben“, „nutze die Gelegenheit“, „es lebe der Augenblick und das Abenteuer“, „neue Reize braucht der Mensch!“

Die tatsächliche biologische Welt passt natürlich in keiner Weise in dieses System – darum darf man die Realität nicht zur Kenntnis nehmen. Die Welt der Tatsachen ist zu ignorieren, soweit dies nun einmal möglich ist. Man schneidert sich seine eigenen Realitätskleider selbst und baut sich seine eigene Brille, welche die Welt so zeigt, wie ich sie mir wünsche. Es wird bagatellisiert, relativiert, ausgewichen, weggesehen, um eine Freiheit zu erlangen, die eine absolute Scheinfreiheit ist.

Aber was ist eine Freiheit wert, die auf Illusionen aufbaut, welche die Phantasie zur Realität erklärt? Wo zeigt hier die Angst ihre sichtbare Gestalt? Welches Schlupfloch sucht sie sich, um ans Tageslicht zu kommen?

Sie kommt auf Umwegen und mit vielen Gesichtern: Platzangst in Räumen oder Fahrstühlen, Tierängste aller Art, Höhenangst, Brückenangst und viele gänzlich irreale Ängste mehr. Hier findet die große Angstverschiebung statt, hin zu völlig harmlosen Dingen wie Bakterien, Blindschleichen, Spinnen oder zur grässlichen Maus.

Das neue Programm, das es zu wissen und zu fühlen gilt, heißt: Keine Angst zu haben ist mein Lebensrecht! Ich habe das Recht, ohne Angst zu sein!

Ich identifiziere diese Wolke, die mein Leben verdunkelt und nehme sie in meinen Arm, wenn ich sie spüre. Ich spreche mir ihr und sage ihr, dass sie jetzt frei ist. Ich brauche ihren Schutz nicht mehr, sie kann gehen. Und dann teile ich ihr mit, dass ich jetzt auf dem Weg der Freiheit bin. Ich werde leben ohne sie. Mit der Technik des reinen Beobachtens habe ich ein hervorragendes Mittel in der Hand, um zu sehen, wo ich mit meiner Angst stehe.

Irgendwo zwischen all diesen Formen der Angst steckt jeder von uns, mit seinen Wünschen, seinen Hoffnungen, seinen Sehnsüchten. Jeder sucht seine Ergänzung, jeder möchte geachtet werden, jeder möchte lieben können, jeder möchte seine Angst überwinden.
Überwinden kann man aber nur, was man als wirklich, als existent erkannt hat. Und nur mit dem Realen sollte ich mich auseinandersetzen.

Aus Walter Häge: „Selbstheilung durch neuronale Steuerung“
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Destruktive Zellerinnerung: Die Angst in mir finden und umwandeln

Durch Bauchatmung und Senkung der Gehirnfrequenzen in momentan optimale Ruhestellung gekommen, betrachte ich mein Leben im Rückwärtsgang, indem ich innere Bilder erzeugen lasse. Ich bitte die Intuition, bei meinem ganz langsamen, gedanklichen und fühlenden Rückwärtsgehen, diejenigen Bilder bereit zu stellen, die im Moment zu bearbeiten sind.

Natürlich gibt es bei diesem Vorhaben – wie bei allem, was ich denke und tue, keinen Leistungsdruck. Nichts will erreicht werden, ich strebe keinem Ziel zu, ich grenze höchstens mit meinem Verstand die Lebenszeit ein, in welche ich heute hineingehen möchte, und warte, ob und welche Bilder kommen.

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Was ich allerdings unabdingbar will, ist die ungeschminkte Wahrheit, die sich bis jetzt verborgen hat. Ich sage meinem Bewusstsein, dass ich bereit bin, jeden Schmerz auszuhalten, von wem auch verursacht wurde, wann und wo er auch primär geschah. Damit gebe ich bewusst die lebenslange Schutzfunktion des Unbewussten auf – ich will nicht mehr „geschützt“ werden, denn was einmal Schutz war, ist heute inneres Feuer, innere Qual, das Gegenteil der einstigen Funktion.

Mir ist bewusst, dass diese Rückwärtsschau Monate, gar Jahre dauern kann, denn das Unbewusste ist sehr misstrauisch meinen Wünschen gegenüber. Ich hatte bei mir das Gefühl, dass mein Unbewusstes erstmal „Probehappen“ losschickt, um zu testen, ob ich wirklich fähig sei, die Sendung anzunehmen. Denn um Annehmen geht es bei dieser Selbstanalyse, annehmen und akzeptieren was geschah, ohne jeglichen Schuldaspekt. Damals konnte niemand anders handeln, sonst hätte er anders gehandelt. Es war wie es war. Damals war es gut, damals hatte das Wegtauchen meines Bewusstseins eine helfende Funktion  – heute ist es nicht mehr gut, darum soll sich diese Speicherung auflösen; so einfach ist das und doch mit so viel Anstrengung verbunden!

Ich muss wissen: Die Verursachung existiert nicht mehr. Die Verursacher existieren oft auch nicht mehr. Irrtümlich halten meine Körperzellen an diesen Ängsten fest, weil sie eine Wiederholung der Situation verhindern möchten. Ich brauche hier keine Zellerinnerung mehr! Ich brauche hier keine Wächter mehr! Es gibt keine Wiederholung mehr, da ich heute eine ähnliche Situation wie damals rechtzeitig erkenne und nicht mehr zulasse.

In meiner Visualisierung tauche ich in das Umfeld, in die Situation ein, welche die Angst erzeugte. Was fühle ich? Das Umfeld, das meine Not erzeugt hat, tat dies niemals, um mir zu schaden. Es war immer die eigene Angst, die an mich weitergegeben wurde. Oft war es Angst, die sich in Fürsorge gekleidet hat.

Indem ich anerkenne was war, schließe ich Frieden. Anerkennen heißt nicht akzeptieren! Verstehen bedeutet nicht gutheißen! Auch heute finde ich das damalige Geschehen überaus negativ; nichts wird schöngeredet, gutgeredet oder positiv vernebelt. Ich akzeptiere, dass es so war und nicht anders. Alle wollten damals das Gute, sie wussten nur nicht, was das Gute tatsächlich ist.

Ich anerkenne und akzeptiere alles Negative in mir, weil mir mein neues Wissen sagt, dass dies die einzige Möglichkeit ist, meine aktuellen Probleme verschwinden zu lassen. Der Weg ist: Feststellen – Anerkennen – Akzeptieren – durch Neuinformation ihre Auflösung veranlassen.

Immerwährendes Kampfverhalten ist eine grundlegende Negativität, eine grundlegende Aggression, welche die Dinge nicht akzeptiert, wie sie sind. Ich erlebe das Außen negativ, weil es meinen persönlichen Vorstellungen nicht entspricht und suche mir die logisch scheinenden Begründungen, mit denen ich gegen das Außen vorgehen kann. Durch diese selbst erschaffene Logik stelle ich mir einen eigenen Freibrief aus, der für jeden, der sich mit mir einlässt, eine böse Erfahrung werden kann. Ich selbst bin natürlich immer im Recht, weil ich gemäß meiner eigenen Logik (Buddha sagt dazu „Hass“ oder „Wahn“) handle.

Das Negative wird nicht aussortiert, um nur das Positive zu behalten. Das Negative wird als Tatsache respektiert und anerkannt, – dann verschwindet es im Strom der neuen Information.

Schon Buddha wusste und verkündete, dass eine negative Eigenschaft, wenn ich diese bei mir erkenne und untersuche, nicht mehr behalten werden kann. Ich muss lediglich erkennen und mir bewusst machen – mehr ist nicht zu tun. Buddha sagt es so: Man streut das Negative aus und verwendet es als Dünger. Aus diesem Negativen wird dann „der Same der Verwirklichung geboren“. Der Lama Chögyam Trungpa sagt: „Daher besteht die Lösung nicht darin, die schlechten Dinge weiterhin mit aller Macht aussortieren und nur die guten behalten zu wollen, sondern darin, sie zu respektieren und anzuerkennen.“

Ich muss mir immer wieder ins Gedächtnis rufen, dass ich alles, was ich beobachten kann, auch verändern kann. Beobachter und Beobachtetes sind verbundene Wesenskerne (Wahrnehmen kann ich diese Veränderung zumindest bei mir und bei jenen, die um mich sind und mit denen ich zu tun habe).

Physikalisch gesehen ist jeder von uns ein Endpunkt einer ungeheuren Folge von Leben, das weitergegeben wurde bis zum Jetztpunkt. Meine heutigen aktuellen Elektronen, die mein Dasein begründen, waren schon in hunderten von Menschen vor mir, waren in Tieren und in Pflanzen. Jegliche materielle Wesenheit ist eine Elektronenbindung auf Zeit, dann werden diese wieder frei und können sich neu materialisieren, wenn sie möchten (Nach den Forschungen des Kernforschungszentrums CERN in der Schweiz hat ein Elektron mehr Speicherkapazität als das menschliche Gehirn).

Jeder von uns hat einen Berg Abfall, der sich energetisch angesammelt hat, als Last auf seinem Rücken – wir formen ihn um und lösen ihn auf, wie Buddha sagt, als Dünger. Eine Fäkalie  wird Grundlage und Bestandteil einer wunderbaren, wachsenden Pflanze – das ist Transformation!‘

Allerdings muss ich diesen eigenen „Mist“ sorgfältig sichten und ihn, wenn er mir in Bildern oder in Gefühlswallungen erscheint, auf mich einwirken lassen. Ich lese rückwärts im Tagebuch meines Lebens und sehe mir an, was war. Ich steige in den Keller meines Lebens und krame in den alten Kisten, die voller altem Spielzeug meines Lebens sind. Diese alten Gegenstände schicken mir ihre alten Informationen, die ich weggedrängt habe. Ich bin auf einen Schlag wieder angekoppelt an Emotionen, die ich aus meinem Bewusstsein ausgegrenzt habe. Ich bekomme ein neues Verständnis darüber, wer ich bin. Ich habe meinen Speicher der Angst geöffnet, meinen Speicher der Not, der Hilflosigkeit. Ich gehe auf die Emotionen zu, auf die aufflammenden Bilder und trete furchtlos meiner Urangst gegenüber, jener Verlustangst, die tief, tief von mir vergraben wurde.

Ich gehe auf die Emotionen zu – nicht mehr umgekehrt, wie es mein Leben lang war! Ich gehe auf meine Aggressionen oder auf meine Depressionen zu anstatt sie zu erleben – und dadurch werde nicht mehr von ihnen überwältigt.

Indem ich auf diese Angstenergien zugehe, verändere ich deren Inhalt; ich tausche die Information aus: die Energie an sich bleibt erhalten, doch der Platz des negativen Inhalts wird geräumt und die positive Information etabliert sich. Diese Umwandlung wird erst möglich, wenn ich durch die gespeicherten Ängste hindurchgehe; ich gehe auf die Ängste zu und der Spieß dreht sich um.

Vielleicht spreche ich in Gedanken mit ihnen. Vielleicht sage ich: „Lasst Euch noch einmal umarmen, Ihr könnt gehen, ich brauche Eure Hilfe nicht mehr. Ihr wollt mich vor Gefahren schützen, das ist gut gemeint, aber die Gefahr besteht schon lange nicht mehr. Ihr könnt Euren Weg gehen, Ihr seid frei, Ihr seid nicht mehr an mich gebunden, lebt wohl.“

Durch diese Zwiesprache werden die stärksten Energien formbar: Ich forme sie furchtlos um im Einklang mit der Kraft meines morphogenetischen Feldes.

Ich gehe auch auf meine Trauminhalte zu, jene Bilder, denen ich oft hilflos gegenüberstehe, wenn ich erwache und die mein Bewusstsein sofort versucht wegzuwischen. Ich versuche diese Bilder zu halten, auch wenn sie furchtbar sind, und gehe auf sie zu. Das kann sehr viel Kraft kosten, doch: Furchtlosigkeit wandelt die Angst-Emotionen um.

Chögyam Trungpa nennt diesen Vorgang der Kommunikation „Löwengebrüll“. Er beschreibt dessen Grundprinzip so: „Wenn wir in der Lage sind, direkt mit den Emotionen umzugehen, sie als handhabbar zu begreifen, dann brauchen wir keine äußere Hilfe oder Erklärungen.“

Indem ich mit meinem Bewusstsein in meine Vergangenheit schaue, löse ich die alten Speicherungen. Ich informiere durch mein Schauen das zellulare System, was nicht mehr im Speicher gebraucht wird. Und mit dem Verändern der Zell-Angst-Informationen beginnt sich mein Fühlen zu verändern, mein Denken zu verändern, mein Handeln zu verändern.

Dabei ergibt sich ein wichtiger Aspekt des Schauens: Ich stoße auf das Bild, das ich von mir selbst habe, auf das Bild, das ich mir erschaffen habe und das mir sagt, wie ich selbst sei. Ich kann dabei jegliche Psychologie vergessen, alle Bücher, die ich je gelesen habe, alle Anweisungen von „Fachleiten“ jeglicher Art – ich selbst fertige eine Studie über mich selbst an und sehe mich dabei, wie ich mich nach außen darstelle. Wiederum genügt das Sehen. Der Schreck, der daran gekoppelt ist, zeigt mir, was ich loslassen muss: Ich muss viel, sehr viel loslassen –  Stück um Stück das ganze Scheingebäude, das ich in lebenslanger Arbeit selbst um mich aufgebaut habe, damit niemand sehe, wie ich wirklich bin.

Dabei brauche ich keine Fragen mir zu stellen, weil sich die Antworten in Bildern zeigen, die sich selbst, aus meinem Speicher heraus, erzeugen. Diese Bilder sind mein Zugang, meine Verbindung zur Intuition, denn Imagination ist der Zugang zu meinem inneren Wissen.

Wo diese Bilder herkommen? Das muss gut verstanden werden: Meine inneren Bilder sind energetische Kompositionen nicht nur aus meinem zellularen Speicher, sie sind verknüpft mit meiner holistisch höheren Wesenseinheit, mit meinem morphogenetischen Speicher.

Mein zellularer Körper-Komplex ist als energetische Einheit Bestandteil meines morphogenetischen Feldes. Mein Körper ist eine Einheit innerhalb einer höheren Ordnung und kann ohne den Energietransfer und die Information von dort nicht leben (so wie eine Zelle von mir ohne ihr Organ nicht leben kann, so wie ein Organ von mir ohne seinen /meinen Körper nicht leben kann). Es gibt eine ständige Interaktion, ein Informationsaustausch zwischen meinem mir übergeordneten System (Holon), und meinem Körper, dem untergeordneten System (Holon).  Aus gutem Grund senden die Sufis immer und immer wieder diese Bitte ins Universum: „Ich will wieder werden wie ich war, bevor ich geworden!“ Dieses „…werden wie ich war …“  heißt natürlich: wieder ohne diese destruktiven Zellspeicherungen sein.

Das einzige Wissen, das es für mich real gibt, kommt ausschließlich aus meinem Wissensspeicher, das heißt aus der Summe meiner gespeicherten Erfahrung. Alles andere was ich je gelesen oder gehört habe, ist bestenfalls eine Ergänzung, eine Bestätigung, aber kein Wissen. Gespeichertes Wissen in Schmerz- und Leidqualität, kann ich in Ankoppelung an mein morphogenetisches Feld, das heißt in Ankoppelung an mein übergeordnetes Holon, in mein Bewusstsein rufen. Es wird seh- fühl- und spürbar durch aufwallende Gefühle, die mit inneren Bildern verknüpft sind. Dieses einmal erfahrene (jetzt negative) Wissen, welches ich nicht mehr benötige, löst sich durch meine innere Gefühls- und Bilderfahrung auf. Diesen Platz nehmen jetzt die neuen Wissensinhalte ein: Freude, Offenheit, Güte, Mitgefühl – alle diese Qualitäten, wie sie bereits beschrieben wurden: Ich werde wieder Schritt für Schritt wie ich war, bevor ich geworden.

Die Bilder, die eines nach dem anderen erscheinen, sind wie Schalen einer Zwiebel. Eine nach der anderen schält sich nach ihrem Erscheinen ab, bis ich tief im Innern bin, dort, wo sich meine Tatsächlichkeit befindet. Diese meine ursprüngliche Wirklichkeit ist Atman, ist die Seele. Die Sufis nennen diese tatsächliche Identität Sháhid, meine göttliche Identität, mein himmlischer Zwilling. Die äußere Person, die ich auf dieser 3-D-Welt bin, hat ihren inneren Kern gefunden, den ‚intuitiven Geist‘, wie ihn der große buddhistische Philosoph und Logiker Asanga (300-370 n.Chr.) genannt hat. Dieser Geist ist meine ‚innere Logik‘, der Inbegriff aller Antwort.

Diese neuen Bilder, welche den intuitiven Geist verkörpern, verändern mein Jetzt so nachhaltig, dass ich keine Frage mehr zu stellen brauche, denn die Antwort jeder möglichen Frage ist bereits im Innen vorhanden. Und da sowieso jede Frage unsinnig ist, die ich als kleines Menschenkind nicht beantworten kann, ist auch diese Kategorie ersatzlos gestrichen. Mein intuitiver Geist lässt mich die Antwort leben. Das Umsetzen in Handeln ist die Antwort.

Durch das Leben des intuitiven Geistes befinde ich mich in einer vollkommen neuen Gefühlsebene. Es ist ein Fühlen, das nichts mehr mit ‚haben wollen‘ zu tun hat, oder mit ‚verloren sein, kein Fühlen von Mangel oder Zukunftsangst. Aber auch – und das ist ganz wichtig, kein Fühlen im Überschwang, keine Euphorie. Es ist ein Leben in großer Selbstbewusstheit mit gleichzeitiger Bescheidenheit und Unauffälligkeit, denn ich habe nichts, was mich über ein anderes Wesen erheben würde.

Budda nennt diese finale Ebene meines Seins „grundlegende Intelligenz“. Dein Wille ist zu meinem Willen geworden. Damit ist mein Innen Bewusstseins-Bestandteil dieser Alleinheit, wie immer sie auch von Menschen genannt wird. Der Löwe hat nicht nur gebrüllt, er ist jetzt stark und mächtig und – ohne selbst in Not geraten zu können – verändert sich seine äußere Welt: Ich bin der Löwe, auch wenn ich vordem scheinbar das kleinste Mäuslein war!

Dort, wo ich mit meiner Furchtlosigkeit hinschaue, greift mich niemand mehr an – es gibt keine Übergriffe mehr auf meine Person. In Folge gibt es für mich auch nichts mehr zu verteidigen. So wird die Furchtlosigkeit zu meinem neuen Seinszustand, mit dem ich jede Situation im Leben bewältigen kann.

Walter Häge


20. Video aus der Videoserie „Der Weg“ von Walter Häge

Heilen durch den Geist: „Das Ende der Angst ist der Beginn der Liebe

Mit dem Ende der Angst geht das Ende des Leids einher. Mit dem Ende des Leids stellt sich die Liebe ein.

Es gibt eine verblüffend einfache Methode, damit ich zum Positiven gelange, um meine gesuchte innere Ruhe zu finden, meine Zufriedenheit und mein Wohlergehen.

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Zu dem für mich Positiven gelange ich, indem ich nein sage zu allem Negativen, das mir entgegenkommt bzw. welches mir im Wege steht. Dazu muss ich natürlich die Nebelwand entfernt haben, die mir das Negative verschleiern will oder umdeuten will. Ich muss zwingend das Negative als solches erkennen, damit ich zu ihm NEIN sagen kann. Ich erkenne diesen Trick des Bösen, sich als das Gute anzubieten.

Das Positivste, das es auf diesem Planeten gibt, ist die Liebe.

Liebe ist da, wenn ich alles, was nicht Liebe ist ausschließe, denn Liebe kann erst entstehen und ihre Wirkung entfalten, wenn ich zu allem, was nicht Liebe ist, nein sage.

Ich schließe für mich aus, Schritt für Schritt:
Faulheit, Trägheit, Gleichgültigkeit, Wichtigtuerei, Eifersucht, Besitzdenken, Anspruchsdenken, Abhängigkeit, Herrschsucht, andere Beherrschen wollen, abhängig sein wollen, beherrscht werden wollen… und das Vorteilsdenken in allen 1000 Variationen.

Liebe ist, wie Buddha sagt, ein grundlegendes Wohlwollen allem Lebendigen gegenüber. Sie ist weder mein biologisches Programm, noch ein Sicherheits- oder Schutzinstrument, noch eine Konstruktion zur Befriedigung meiner Bedürfnisse.

Ein Übersetzungsversuch dieser Liebe ist „All-Güte“, also uneingeschränkte Güte allem Lebendigen gegenüber.

Wenn ich in meinem Handeln alles Negative ausschließe, bleibt die Liebe übrig. Diese grundsätzliche Liebe agiert nicht mehr als Gefühl, welches kommt und geht. Diese Liebe ist nicht für etwas oder gegen etwas, sie hat die Ebene der Verstrickungen verlassen, sie ist total, ist mein Sein, sie ist meine Lebensäußerung, mein Identitätspunkt in der Alleinheit. Ich bin diese Liebe.

Diese Liebe ist die Mutter vieler Kinder, die zu den neuen Säulen meines Lebens werden:

Liebe ist die Grundlage für Mitgefühl, Mitfreude, Dankbarkeit, Vertrauen, Erkennen der Schönheit, Freiheit von Zweifel, Kraft und Mut, Furchtlosigkeit, Angstfreiheit, Gelassenheit, Gleichmut, Geschehenlassen Geduld und Beharrlichkeit. Dies alles, im Zusammenspiel, setzt in mir die Intelligenz des Universums frei. Die einzige Intelligenz, die es gibt, findet in mir einen Platz.

Aus diesem Grunde gilt: Alles, was ich in tatsächlicher Liebe tue, ist richtig, kann niemals falsch sein. Es gibt niemanden, den ich fragen müsste, es gibt niemanden, der mich bestätigen müsste.
Wenn Liebe und Mitgefühl, – für alles was ist, –  mein Leben ausmacht, dann ist diese Wahrhaftigkeit Wahrheit. Es gibt keine andere Wahrheit. Es gibt keine Wahrheit, die von außen kommen könnte.

Wahre Liebe ist die Absicht, Freude und Glück zu schenken.

Wahre Liebe ist die Fähigkeit, Kummer, Sorgen und Leid zu lindern.
Wahre Liebe ist Freude und Mitfreude mit anderen Wesen.
Wahre Liebe ist Gleichmut bewahren, d.h. sich in nichts verwickeln lassen, was von außen auf mich einstürmt.

Liebe ist ohne Worte durch das Herz zu sprechen. Zu allem und mit allem.

Liebe ist Aufhebung der Trennung durch absolutes Akzeptieren: Es ist wie es ist.

‚Du’ und ‚Ich’, wir sind ‚Nichtzwei’. Alles was ist und was nicht ist, – alles Du’ ist mit mir verbunden. Das muss ganz tief verstanden werden: ‚Du’ und ‚Ich’, wir sind ‚Nichtzwei’. Jeder Grashalm ist ‚Du’ und in Nichtzweiheit mit mir verbunden. Sollte ich ihn achtlos niedertreten? Jeder Baum ist ‚Du’ und in Nichtzweiheit mit mir verbunden. Sollte ich ihn gefühllos verstümmeln? Wehe mir, wenn ich das gequälte, wehrlose Tier als meine Nahrung betrachte!

Die Wege auf diesem Planeten sind seit Urzeiten Wege der Liebe. Die Lebewesen geben und es wird ihnen gegeben. Bis der Mensch kam und dem Menschen dieser Weg des zuerst Gebens, – und dann Nehmens –, verloren ging.

Wir Menschen haben die Liebe verloren. Weil wir nicht mehr wissen, was Liebe ist, suchen wir sie. Weil wir sie selbst nicht mehr haben, suchen wir sie. Wir suchen und suchen und suchen und wir zerstören unendlich dabei.

Wir erinnern uns, tief im Herzen, dass da vor Zeiten etwas Wunderbares war und wir entwickeln Sehnsucht danach. Sehnsucht nach Liebe, nach Frieden, nach Glück, nach Geborgenheit, – was alles das Gleiche ist. Alle Menschen suchen nach dieser Qualität und kaum einer findet sie. Warum nur? Weil ich Liebe, Glück, Frieden nicht finden kann, – niemals!
Das Ziel der Sehnsucht liegt nicht irgendwo da draußen, dort, wo ich es nur aufheben müsste. Liebe befindet sich nicht an einem Platz, nicht an einem Ort, nicht in einer anderen Person.

Mein Irrtum sagt mir, ich müsste diesen Ort der Sehnsucht, diese Person der Sehnsucht nur aufspüren, um die Liebe in Besitz zu bekommen. Aber: Liebe und  Besitz schließen sich aus. Liebe kann niemals besessen werden, sie wird niemals zum Eigentum, lässt sich nicht herbeizaubern und festhalten. Liebe ist wie Freiheit in mir – oder nirgends. Und sie geht von mir nach draußen.

Der Weg der Liebe geht von innen nach außen, es ist ihr einzig möglicher Weg, – das muss verstanden werden. Liebe, die ich suche, ist das Nachjagen eines Phantoms, das ich irgendwo da draußen vermute. Ein Phantom, das es auf dieser Ebene des Suchens, – im Außen -, überhaupt nicht gibt.

Viele Menschen sagen ‚Liebe’ – und in Wahrheit ist dies ein biologisches Programm zur Fortpflanzung.
Viele Menschen sagen ‚Liebe’ – und in Wahrheit wollen sie nicht alleine sein.
Oder sie wollen etwas haben: Zuwendung haben, Bewunderung haben, eine attraktive Frau, einen erfolgreichen Mann haben, Geld, Ehre und Besitz.

Dieses Etwas, das ich haben will, muss zu mir kommen, muss mir zur Verfügung stehen. Und wenn es dann durch meinen Partner realisiert wurde, dann nenne ich das Liebe. Und was ich dem Partner als Ausgleich zurückgebe, nenne ich auch Liebe. Aber, das, was ich zurückgebe muss immer ein bisschen weniger sein, als das, was ich bekommen habe, damit der Vorteil auf meiner Seite bleibt. Liebe ist immer dann, wenn ich wenigstens ein kleines bisschen mehr bekomme, als ich geben muss.

Welch unglaublicher Irrtum, von der Angst erzeugt, zu wenig zu bekommen!

Fast die gesamte Menschheit hält so Ausschau nach Liebe, nach Glück, nach Seligkeit und will sich dabei einen Vorteil sichern. Mit dem Fortschreiten der Lebensjahre wird immer deutlicher, dass die Liebe nicht kommt, und wenn, dass sie nicht bleibt. Im Gegenteil: es kommt Schmerz, Leid, Hoffnungslosigkeit; und am Ende steht das Scheitern.

Liebe ist nicht im Bereich der Organisation des Lebens angesiedelt, sie gehört nicht zur Welt der Nützlichkeit. Sie entzieht sich unseren Dimensionen des Handelns und Tuns. Sie ist nicht Bestandteil des Hamsterrades, in welchem wir laufen. Liebe hat nichts zu tun mit Vor- oder Nachteilen, mit richtig oder falsch, mit gut oder böse, mit Schuld oder Nichtschuld.

Allem, dem ich eine logische Begründung geben kann, ist keine Liebe.

Es gibt viele gute Gründe, in Frieden mit einem Partner zusammenzuleben:
Weil ich nicht mehr einsam sein will. Weil er mir Schutz bietet. Weil durch ihn die Angst nicht so groß ist. Weil ich durch ihn Sicherheit habe. Dies alles ist ehrenwert und sollte anerkannt werden, – aber es ist keine echte Liebe.

Die Begründung „Weil“ heißt: Ich habe einen Vorteil durch die Beziehung. Ich brauche den Anderen, um meine eigene Schwäche zu stärken, um meine eigene Leere auszufüllen. Zerbricht diese Beziehung, dann nicht, weil die Liebe erkalten würde, sie zerbricht, wenn ich meinen Vorteil nicht mehr wahrnehmen kann.

Kurt Gödel, der weltbekannte Mathematiker des 20. Jahrhunderts hat bewiesen, dass in jeder logischen Argumentations-Kette die Antwort auf die letzte Frage unlogisch sein muss. Jede letzte Frage in jedem beliebigen Frage- und Antwortzyklus entzieht sich unserem Denksystem.

Liebe ist die Antwort auf jede letzte Frage. Liebe bietet die Grundvoraussetzung für die Beantwortung jeder letzten Frage, – Liebe ist absolut unlogisch. Liebe ist eine Dimension höher angesiedelt als das sichtbare Leben.

Liebe ist –

  • meine Wünsche nicht auf meinen Partner projizieren, der diese Wünsche zu erfüllen hat.
  • dass ich meinen Partner von der Last meiner Wünsche befreie. Ich achte die Bedürfnisse des Partners höher als meine Wünsche.
  • zu wissen, dass mein Partner ein völlig freier Mensch ist.
  • die Würde des Anderen zu achten – die Würde jeder Pflanze in meinem Einflussbereich, die Würde jedes Tieres in meinem Einflussbereich, die Würde jedes Menschen in meinem Einflussbereich.
  • die Unvollkommenheit zu sehen und diese zu akzeptieren.
  • die Schwäche des Anderen nicht zu meinem Vorteil zu nutzen.
  • sich vor der Stärke des Anderen nicht minderwertig zu fühlen.

Liebe ist eine Grundhaltung der Achtung und des Respekts vor allen Wesenheiten die nicht so sind wie ich.
Liebe ist keine Emotion, keine Gefühlsaufwallung die kommt und geht. Sie ist nicht etwas das ich suche und das ich haben will.
Liebe ist die Grundhaltung allem Lebendigen gegenüber.
Liebe ist eine Beziehung in der 3. Dimension jenseits unserer gewöhnlichen Handlungsmöglichkeiten. Diese kennen nur ‚ja – nein’, ‚richtig – falsch’, ‚rechts – links’, ‚gut – böse’ und tausend Dualitäten mehr.

Die verantwortungsvolle intuitive Tat, die keinerlei Begründung braucht, ist die Handlungsform der Liebe. Durch diese meine Tat bin ich „Erschaffer“ meines eigenen Lebens und meiner Welt.

Liebe

  • sucht keinen Vorteil. Aber sie lässt sich auch nicht erniedrigen,
  • lässt sich nicht benutzen und lässt sich nicht instrumentalisieren.
  • akzeptiert das Leben wie es ist und hat als Handlungsebene die Verantwortung. Die Verantwortung für sich, für den Partner und für alle Lebewesen, die den eigenen Weg begleiten oder kreuzen.

Buddha würde sagen: “Mensch, entdecke die Liebe, die Verantwortung und die Tat, dann wirst du vom Dauer-Opfer zum Gestalter deines Lebens.”

Lasst mich schließen mit der Resonanz zu Buddha, mit seiner Beschwörung an die eigene Kraft und den eigenen Mut:

 „Mögen wahrlich
eher Muskeln, Haut und Sehen,
mitsamt den Knochen, dem Fleisch und dem Blute
austrocknen und zusammenschnurren,
als dass ich meine Willenskraft aufgebe;
bevor nicht erreicht ist,
was mit Mut, Kraft und Anstrengung
zu erreichen ist.“

Ich danke Euch!


Buchtipp:

Rainer Mausfeld – Warum schweigen die Lämmer?: Wie Elitendemokratie und Neoliberalismus unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen zerstören
In den vergangenen Jahrzehnten wurde die Demokratie in einer beispiellosen Weise ausgehöhlt. Demokratie wurde durch die Illusion von Demokratie ersetzt, die freie öffentliche Debatte durch ein Meinungs- und Empörungsmanagement, das Leitideal des mündigen Bürgers durch das des politisch apathischen Konsumenten. Wahlen spielen mittlerweile für grundlegende politische Fragen praktisch keine Rolle mehr. Die wichtigen politischen Entscheidungen werden von politisch-ökonomischen Gruppierungen getroffen, die weder demokratisch legitimiert noch demokratisch rechenschaftspflichtig sind. Die destruktiven ökologischen, sozialen und psychischen Folgen dieser Form der Elitenherrschaft bedrohen immer mehr unsere Gesellschaft und unsere Lebensgrundlagen. Rainer Mausfeld deckt die Systematik dieser Indoktrination auf, zeigt dabei auch ihre historischen Konstanten und macht uns sensibel für die vielfältigen psychologischen Beeinflussungsmethoden.

Rainer Mausfeld (* 1949 ) ist ein 2016 emeritierter deutscher Professor für Allgemeine Psychologie an der Universität Kiel. Seine wissenschaftlichen Schwerpunkte sind Wahrnehmungspsychologie, Kognitionswissenschaft und Geschichte der Psychologie.


KenFM im Gespräch mit: Prof. Rainer Mausfeld (“Warum schweigen die Lämmer?”)
Die Angst der Machteliten vor dem Volk
Gibt es Hoffnung für die Lämmer?
Wie korrupt ist die Psychologie, Herr Mausfeld

4. Trainingseinheit

Strategien dem Stress (übermäßige Erregung) zu entgehen … weiterlesen

Aus unserer Rubrik “Säulen der Gesundheit” – “Mentaltraining” verlinken wir hier die 4. Trainingseinheit, die sich mit dem Stressgeschehen befasst.

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