Wie viele probiotische Keime am Tag sind sinnvoll?

Normalerweise wären diese Mitlebewesen in vielen gesunden und natürlichen Lebensmitteln enthalten. Unsere Nahrung ist jedoch heute weitgehend steril oder mit Konservierungsstoffen versetzt, dass diese Bakterien gehemmt werden oder sich überhaupt nicht mehr vermehren können. Auch wenn wir biologisch erzeugte Lebensmittel zu uns nehmen, genügen die wenigen ‘guten’ Bakterien bei weitem nicht (so sie denn die Darmwand erreichen)!

Das normale Zuführen von Sauerkraut, Rote Beete, Salzgurken, Dickmilch, Kefir und Joghurt reicht heute nicht mehr aus. Liest man, dass einem probiotischen Joghurt, eine Million Darmbakterien zugesetzt sind, dann hört sich dies viel an (so sie denn alle bis zum Verzehr erhalten bleiben); ein Gramm oder ein Milliliter Probiotikum hat allerdings eine Milliarde Keime. Verzehrempfehlung pro Tag bei einer Aufbaukur sind in der Regel zwei Gramm (das wären täglich 2.000 Yoghurts à 1.000.000 Keime).

In EU.L.E.n-Spiegel 4/1999, dem wissenschaftlichen Informationsdienst des Europäischen Instituts für Lebensmittel und Ernährungswissenschaften (EU.L.E.) e.V. lesen wir, dass es mit dem Zusatz von Mikroorganismen in Lebensmitteln oft nicht weit her ist:

„Damit genügend Bakterien ihren Zielort lebend erreichen, müssen sie zunächst einmal in ausreichender Zahl verspeist werden. Bereits das stellt die Hersteller vor Probleme: Denn die angeblich so robusten Mikroben machen oft schon im Lebensmittel schlapp. Während der deutsche Gesetzgeber keine Anforderungen an probiotische Joghurts stellt, ist in der Schweiz ein Mindestgehalt an lebenden Keimen gefordert.

Fermentierte Sauermilchprodukte müssen im Alpenland mindestens 106 lebende Keime pro Milliliter enthalten, um sich ‘probiotisch’ nennen zu dürfen. Forscher des Fachbereiches Lebensmittelwissenschaft und Biotechnologie der TU Berlin untersuchten den Lebendkeimgehalt von sechs verschiedenen Joghurts aus deutschen Regalen.
Laut Etikett sollten sie Lactobacillus acido philus, L. casei, L. Goldin Gorbach oder “LA 7” enthalten. In vier Produkten fanden sie nur 103-104 Keime pro ml. In den beiden anderen waren gar keine lebenden Keime mehr enthalten. Schuld am Bakteriensterben ist offensichtlich der pH-Wert der Sauermilchprodukte. Joghurt säuert während der Lagerung nach, so dass sein Keimgehalt unaufhaltsam sinkt. Nach Überlegungen der Autoren führt der Verzehr der untersuchten Produkte dazu, dass bestenfalls ein probiotischer Keim einer Million anderer Keime der schon ansässigen Darmflora gegenübersteht. Diese Relation würde eventuell noch homöopathischen Ansprüchen genügen.”

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