Studien, Fachpublikationen und weitere Fachliteratur zu MSM

Zhang et al., 2024 – Fütterungsstudie an Pudeln (0,2 % MSM, 65 Tage)
Abstract :
32 erwachsene Pudel wurden randomisiert vier Diäten zugeteilt (Kontrolle; 0,2 % MSM; 0,2 % Myo-Inositol; 0,2 % MSM + 0,2 % Myo-Inositol) und 65 Tage gefüttert. Primäre Endpunkte waren Haarparameter (u. a. Schuppen-/Schuppenschicht-Maße, „Hair scale thickness“), Schwefelgehalt im Haar sowie fäkales Mikrobiom/Metabolom. Körpergewicht, Futteraufnahme und Routine-Serumbiochemie blieben unauffällig. Im Vergleich zur Kontrolle zeigten sich glatteres Haar (v. a. in der MI- und MSM + MI-Gruppe), teils höherer Schwefelgehalt im Haar (MI und MSM + MI) sowie Modulationen im Darmmikrobiom auch unter MSM. Schlussfolgerung: 0,2 % MSM (allein oder kombiniert) war über 65 Tage gut verträglich; es zeigten sich positive Signale für Haarqualität und Mikrobiom. MDPI
Direktlink: https://www.mdpi.com/2076-2615/14/24/3643
Nobles & Khan, 2015 – Fallbericht: Multiorgan-Dysfunktion nach massiver Aufnahme von Gelenksupplementen (Hund)
Abstract:
Beschrieben wird ein Hund mit Multiorgan-Dysfunktion nach dem Verzehr einer großen Menge Gelenksupplemente (typischerweise Kombinationen aus Glucosamin, Chondroitin, teils MSM u. a.). Klinisch-labordiagnostisch fanden sich u. a. gastrointestinale Symptome und Organbeteiligungen (Leber, Niere, Gerinnung). Intensive supportiv-therapeutische Maßnahmen waren erforderlich. Kernaussage: Eine Überdosierung von Gelenksupplementen kann beim Hund schwere, potenziell lebensbedrohliche Verläufe auslösen; sorgfältige Dosierung und sichere Aufbewahrung sind essenziell. PubMed+1
Direktlink (Open Access/PMC): https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4357907/
Weatherson et al., 2021 – Fallbericht: Erfolgreiche Behandlung von schwerer Hypernatriämie und Multiorgan-Dysfunktion nach Gelenksupplement-Überdosierung (Hund)
Abstract:
Ein Hund entwickelte nach Aufnahme einer großen Menge Gelenksupplemente eine ausgeprägte Hypernatriämie mit neurologischen Symptomen sowie laborchemische Hinweise auf Multiorgan-Dysfunktion. Durch rasche Korrektur der Natriumwerte und intensivmedizinisches Management kam es zur Erholung; der Patient überlebte. Der Bericht mahnt zur Vorsicht bei frei zugänglichen Gelenksupplementen im Haushalt. Europe PMC
Direktlink (Abstract/Publisher): https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/vec.13033
Bunnell & Weatherton, 2023 – Fallbericht: Gelenksupplement-Toxizität mit Krampfanfällen, Hypernatriämie u. a. (Hund)
Abstract:
Eine 9-jährige Hündin stellte sich nach Aufnahme einer größeren Menge Gelenksupplemente mit Erbrechen und Krampfanfällen vor. Labordaten zeigten Hypernatriämie, Hyperglykämie, Azidose, Azotämie und erhöhte Leberenzyme. Unter Therapie (u. a. rasch kontrollierte Natriumkorrektur) kam es zur klinischen Besserung und Entlassung. Schlussfolgerung: Akute Überdosierungen von Gelenksupplementen können beim Hund komplexe Elektrolyt- und Organstörungen auslösen, sind bei adäquater Intensivtherapie aber prognostisch günstig. Frontiers+2PMC+2
Direktlink (Open Access): https://www.frontiersin.org/journals/veterinary-science/articles/10.3389/fvets.2023.1141978/full
Fachliteratur (Tiere / Zellmodelle)
VeterinaryPartner – „Medications for Degenerative Arthritis in Dogs and Cats“
Abstract:
Einordnung von Arthritis-Therapien in schnell (z. B. NSAIDs, Corticosteroide) vs. langsam wirkende Optionen. Im Abschnitt zu Nutraceuticals wird MSMexplizit als „nutraceutical anti-inflammatory“ beschrieben (Nahrungsergänzung mit potenziell entzündungsmodulierender Wirkung). Kontext: Ergänzungen variieren in Qualität/Evidenz; Einsatz sollte individuell mit der Tierarztpraxis abgestimmt werden.
Direktlink: https://veterinarypartner.vin.com/default.aspx?catId=102894&id=4951467&pid=19239
VCA Hospitals – „Methylsulfonylmethane (MSM)“
Abstract:
MSM wird als entzündungshemmendes und antioxidatives Supplement beschrieben, das u. a. bei Arthritiseingesetzt wird. VCA weist jedoch darauf hin, dass es bei Heimtieren nur begrenzte Studien gibt und die Resultate gemischt sind; es existieren v. a. anekdotische Hinweise. Gabe mit Futter, mögliche milde gastrointestinale Nebenwirkungen, Vorsicht bei gleichzeitiger Medikamentengabe – alles in Absprache mit der Tierärztin/dem Tierarzt.
Direktlink: https://vcahospitals.com/know-your-pet/msm
dvm360 – „Preventing osteoarthritis: What are the facts?“ (Proceedings)
Abstract:
Übersicht zu Prävention/Management der Osteoarthritis beim Hund. Zu MSM wird festgehalten: Es kann beim Menschen Funktion verbessern und Schmerzen reduzieren, aber es gibt keine klinischen Studien am Hund; Evidenzlage für Hunde ist somit begrenzt. Empfehlung insgesamt: evidenzbasiertes, multimodales Vorgehen und Qualitätsprüfung bei Supplementen.
Direktlink: https://www.dvm360.com/view/preventing-osteoarthritis-what-are-facts-proceedings
Weitere Fachliteratur (nur Tiere/Zellmodelle)
Entzündung & Schmerz
Butawan et al., 2017 – Review zu MSM (Tier & Zellmodelle, plus Humanübersicht)
Abstract:
Umfassende Übersicht zu MSM hinsichtlich Anwendung, Sicherheit und Mechanismen. Zusammengefasst deuten In-vitro- und Tierdaten darauf hin, dass MSM an der Schnittstelle von Entzündung und oxidativem Stress wirkt, u. a. über NF-κB-abhängige Signalwege; antioxidative Marker verbessern sich in mehreren Modellen. Sicherheit in Studien insgesamt günstig.
Direktlink:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5372953/
Miao et al., 2022 – Mechanistik (Zell- & Hühnermodelle bei Mycoplasmen-Entzündung)
Abstract:
MSM verminderte Entzündungsreaktionen durch Hemmung von NF-κB sowie ERK/JNK-MAPK-Signalwegen; proinflammatorische Zytokine wurden reduziert und Barrierefunktionen verbessert. Die Daten unterstützen eine entzündungsmodulierende Rolle von MSM in präklinischen Systemen.
Direktlink: https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9024008/
Entgiftung / Leber (oxidativer Stress)
Bohlooli et al., 2013 – Ratte, Paracetamol-Hepatotoxizität
Abstract (DE): Vorbehandlung mit MSM schwächte eine experimentell induzierte Leberzellschädigung ab (APAP-Modell). Hinweise auf antioxidative und schwefeldonierende Effekte (u. a. Reduktion oxidativer Marker, günstigere Leberenzyme).
Direktlink:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3786100/
Kamel et al., 2013 – Ratte, CCl₄-Lebertoxizität
Abstract (DE): MSM zeigte hepatoprotektive Effekte gegenüber CCl₄-bedingter Leberverletzung, möglicherweise durch antioxidative, antiinflammatorische und anti-apoptotische Mechanismen (↑SOD/CAT; verbesserte Histologie).
Direktlink:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23591777/
Han et al., 2023 – Maus, stoffwechselassoziierte Fettleber (MAFLD)
Abstract (DE): MSM verbesserte hepatische Steatose in Mausmodellen, u. a. durch Förderung des Autophagie-Fluxes via AMPK/mTOR/ULK1. Befunde stützen eine zelluläre Schutzfunktion gegen metabolischen Stress.
Direktlink:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10720622/
Blut / Zellgesundheit (Zytokine, freie Radikale, Antioxidanz)
Kim et al., 2009 – Maus-Makrophagen (RAW264.7) & Maus-Ear-Edema
Abstract:
MSM hemmte in LPS-stimulierten Makrophagen die Freisetzung von NO und PGE₂ (↓iNOS/COX-2) sowie IL-6/TNF-α und unterband die NF-κB-Translokation. In vivo reduzierte topisch appliziertes MSM die Ödemreaktion. Mechanistisch klare antiinflammatorische Signale.
Direktlink:
https://www.jstage.jst.go.jp/article/bpb/32/4/32_4_651/_article
Ahn et al., 2015 – Maus-/Human-Makrophagen, Inflammasom
Abstract:
MSM inhibierte gezielt das NLRP3-Inflammasom (nicht NLRC4/AIM2) in primten Makrophagen und senkte die Expression von IL-1α/IL-1β/IL-6/NLRP3. Befunde deuten auf breitere Zytokin-/ROS-Modulation über NF-κB-Achsen hin.
Direktlink:
https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25461402/
Wong et al., 2017 – Maus/Human (Disposition/Absorption)
Abstract:
Orales MSM wird rasch resorbiert und weit verteilt (Tier- und Human-Daten, ^35S-Tracer). Ergebnisse erklären, warum MSM-Schwefel systemisch Bioverfügbarkeit zeigt – relevant für Gewebe-/Blut-Marker in präklinischen Studien.
Direktlink:
https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC5793247/
Wundheilung / Biomaterialien
Jeong et al., 2023 – Zellmodelle (Makrophagen, Fibroblasten), Sericin-MSM-Blends
Abstract:
Sericin-MSM-Mischungen zeigten synergistische antiinflammatorische Effekte (Regulation NF-κB/COX-2/iNOS) und förderten die Zellproliferation sowie die „Wund-Scratch“-Heilungsrate von Fibroblasten. MSM allein war in hohen Konzentrationen neutral bis verzögernd; der Blend war optimal. Schluss: Sericin-MSM-Biomaterialien sind vielversprechend; weitere in-vivo-Daten nötig.
Direktlink:
https://www.mdpi.com/2076-3417/13/1/288







