Zirbeldrüse und Geist

Der französische Philosoph Descartes sagte: „Ich denke, also bin ich!“. Weiterhin sagte er, dass die Zirbeldrüse der Sitz der Seele, das Verbindungsglied zwischen dem Geistigen und dem Physischen, und demzufolge zwischen Materie und Geist sei. Daran anschließend können wir uns eine wichtige Frage stellen: ist es möglich, die Biologie der Zirbeldrüse mit der Natur des Geistes in Verbindung zu bringen? (Das Wort Geist wird hier in der Bedeutung von „Lebensatem“ benutzt, lateinisch spiritus).

Das Wort Glandula pinealis (Zirbeldrüse) kommt vom lateinischen pinea (Zapfen), weil die Drüse die Form eines kleinen Pinienzapfens hat, so groß wie der Nagel des kleinen Fingers. Schon Herophilus benutzte zur Zeit Alexanders des Großen (um 300 vor Christus) dieses Wort. Die Drüse findet man an der Schnittstelle zweier Linien: die eine verläuft von einem Punkt zwischen den Augenbrauen zum Atlas (dem ersten Halswirbel), die andere von einem Ohr zum anderen.

Beim Fötus wird diese Drüse in der 7. Woche sichtbar, zu der Zeit, in der das Geschlecht des neuen Menschen festgelegt wird. Es ist interessant, dieses Zusammentreffen zwischen der Öffnung für das Licht, das in der Zirbeldrüse auftritt, und der Herausbildung des Geschlechts zu sehen.

In einigen mystischen Traditionen wird der blendende Strahl weißen Lichts durch die Zirbeldrüse empfangen, während gleichzeitig eine tiefe spirituelle Verwirklichung erfahren wird. Durch die Zirbeldrüse scheint sich das Bewusstsein mit einem tiefgehenden Verständnis der universellen Prinzipien für verschiedene Ebenen der psychologischen, spirituellen und universellen Entwicklung zu öffnen.

Die Zirbeldrüse besteht nicht aus dem gleichen Gewebe wie das Gehirn, sondern sie entwickelt sich aus einem Gewebe, das sich beim Fötus am Gaumen spezialisiert. Dieses Gewebe wandert zum Zentrum des Gehirns. Deshalb wird Meditierenden bei bestimmten spirituellen Übungen geraten, ihre Zunge ans Gaumendach zu rollen.

Die Position der Zirbeldrüse im Gehirn ist sehr wichtig, weil sie neben den Ventrikeln oder kleinen Hohlräumen liegt, welche die klare, salzige Hirnrückenmarksflüssigkeit (den Liquor) produzieren, die sehr proteinhaltig ist. Die Flüssigkeit liegt wie ein Kissen um das Gehirn, ernährt es und transportiert Unreinheiten und Gifte ab. Die Zirbeldrüse sitzt neben diesen Flüssigkeitskanälen und auch in der Nähe der Zentren, die mit Emotionen und Sinnen zu tun haben. Diese Gehirnzentren sind eine Art Station, vor allem für die Funktionen des Sehens und Hörens. Die Zirbeldrüse ist also von emotivem Material umgeben, das es uns ermöglicht, Gefühle wie Vergnügen, Freude, Wut und Angst zu erleben.

Um zu unserer zuvor gestellten Frage zurückzukommen: Können wir die Biologie der Zirbeldrüse mit der Natur des Geistes in Verbindung bringen? Das Gehirn ernährt sich von Glukose. Aber das Gehirn und die Zirbeldrüse hungern auch nach einem anderen Stoff namens Di-Methyl-Triptamin (DMT), einem endogenen Molekül, d.h. es wird von einigen der wichtigsten Organen des Körpers hergestellt.

In der Fachliteratur wird es manchmal das Molekül des Geistes genannt. Wenn das Gehirn von Serotonin, Adrenalin, Melantonin oder Endorphinen durchflutet ist, ist die Abwehr in der Hirnrückenmarksflüssigkeit verringert, und das DMT kann passieren. Dieser Anstieg an DMT öffnet die Schranken zum Geist, führt zu Erleuchtung, zu Mut und übermenschlicher Stärke angesichts von Notsituationen oder Unfällen. Die Tür öffnet sich für die Wahrnehmung anderer Dimensionen, wie z.B. anderer Daseinssphären auf mineralischer, tierischer, pflanzlicher, planetarischer oder kosmischer Ebene. Diese Öffnung geschieht zuweilen spontan, und ekstatische Erlebnisse treten ein – das Gefühl für Zeit, Raum, Ego und Identität verschwindet. Es kommt zu der Erkenntnis, dass Erleuchtung lediglich die biologische Erfüllung auf zellulärer Ebene ist, speziell in der Zirbeldrüse.

Die Ekstasen der heiligen Teresa von Avila, die außergewöhnlichen Fähigkeiten des Franz von Assisi können sehr gut das Ergebnis einer verringerten Abwehr in der Nähe des Gehirns und der Zirbeldrüse gewesen sein, wodurch eine Öffnung für andere Dimensionen entstand. Übersinnliche Erlebnisse oder Berichte über die Erfahrung, von außerirdischen Wesen entführt worden zu sein, können möglicherweise daher rühren, dass durch die Aktivierung der Zirbeldrüse ein Zugang zu anderen Dimensionen bestanden hat.

Was hat dies mit der Metamorphischen Methode zu tun? Das wichtigste Prinzip der Arbeit ist die Nicht-Verhaftung. Da die Metamorphiker sich völlig heraushalten, wenn sie eine Sitzung geben, kommt es zu einer spontanen Erfahrung von Einheit. Auf der Suche nach der Verwirklichung des eigenen Potenzials drückt sich der Wille des Lebens in den Menschen, die eine Sitzung empfangen, ganz direkt aus, sobald die Anforderungen des Verstandes und des Egos, die Gefühle von Raum, Zeit und Identität nachlassen.

Wenn die Öffnung der Zirbeldrüse für subtilere Ebenen durch äußere Eingriffe beschleunigt oder provoziert wird – durch die Einnahme von Drogen, extreme (geistige) Übungen oder Unfälle – ist es möglich, in groteske Welten hineinzukommen, sich von inneren Monstern verfolgt oder angegriffen zu fühlen. Diese Monster existieren, aber auf anderen Frequenzebenen als jenen, für die der Mensch normalerweise ausgestattet ist.

Bei der Metamorphischen Methode gehen die Klienten spontan in den Bereich der Einheit, und es ist die Lebenskraft der Klienten, die eine Transformationsbewegung und das kreative Potenzial von innen heraus aktiviert. Die Offenbarungen, die dabei auftreten, zielen – im Dienst des Lebens – immer auf die kosmische und essentielle Öffnung des Menschen. Wenn Menschen Sitzungen bekommen, bedeutet dies, dass sie willens sind, ihrer natürlichen Transformationsbewegung keine Hindernisse mehr in den Weg zu stellen. Deshalb ist es möglich, die Metamorphische Methode unter dem Gesichtspunkt spiritueller Verwirklichung und des biologischen Erwachens in der Zirbeldrüse zu sehen. Letztendlich jedoch ist es der Wille des Lebens, der das Spiel leitet und auf die Notwendigkeit verweist, unser Potenzial als menschliche Wesen zu verwirklichen.

© Gaston Saint-Pierre, London, September 2003
Quelle : (8.9.06): www.wegdermitte.de

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