Q10

Die zwei Hauptfunktionen von Q10 im Körper

Das Coenzym Q10 ist in allen körperlichen Flüssigkeiten und fast allen Körperzellen vorhanden. Die größten Konzentrationen sind in Herzmuskeln, Nieren, Leber, Muskeln und Milz zu finden. Im Körper existiert das Coenzym Q10 in zwei aktiven Formen, eine oxidierte Form genannt Ubichinon und eine reduzierte Form genannt Ubichinol. Q10 in seiner oxidierten Form Ubichinon verhält sich als Elektronenempfänger, wohingegen die reduzierte Form Ubichinol als Elektronenspender agiert. Körperzellen produzieren oxidiertes Q10, während das Q10, welches wir aus der Nahrung erhalten durchschnittlich zu 50 % aus oxidiertem und zu 50 % aus reduziertem Q10 besteht.

Ubichinol – Antioxidative Aktivität
Außerhalb von Körperzellen ist die Mehrheit des körperlichen Q10 in der reduzierten Form Ubichinol vorhanden, und ist deshalb die dominante Form, welche in Blut, Plasma und Lymphe zu finden ist. Diese Form funktioniert als ein effektives Antioxidans. Das Coenzym Q10 ist das einzige fettlösliche Antioxidans, welches der Körper produzieren und regenerieren kann, und es ist der Hauptfaktor beim Schutz von mitochondrialer DNA vor oxidativen Schäden. Q10 ist als Antioxidans so effektiv, weil die Q10-Moleküle in der Lage sind Elektronen zu empfangen und zu spenden ohne dabei zu beschädigen. Andere Antioxidantien werden beschädigt, wenn sie freie Radikale neutralisieren. Wenn wir älter werden sinkt der relative Prozentsatz von Ubichinol im Körper etwas an – vermutlich weil ältere Menschen im Allgemeinen weniger essen, mehr Entzündungen bekommen, eine reduzierte enzymatische Aktivität aufweisen etc. und somit mehr Ubichinol für antioxidative Aktivität benötigt wird.

Ubichinon – Energieproduktion
Das Coenzym Q10 ist absolut notwendig für die Energieproduktion des Körpers. Nur 10 % der gesamten Energieproduktion des Körpers benötigen kein Q10. Es ist dieses Hauptmerkmal von Q10, dass viele Forscher dazu inspiriert hat, wissenschaftliche Forschung mit dieser Substanz zu betreiben. In dieser Forschung war die vorherrschend verwendete Form von Q10 die oxidierte Ubichinonform aus dem einfachen Grund, dass sie die einzige auf dem Markt verfügbare Form war. Erst 2006 wurde die reduzierte Form Ubichinol verfügbar, danach wurde sie als “aktives Q10” vermarktet.

Die Energieproduktion des Körpers erfolgt in einigen kleinen Mikrokörpern namens Mitochondrien, die in allen Zellen des Körpers mit Ausnahme der roten Blutkörperchen gefunden werden können. Je mehr Energie ein Zelltyp erfordert, desto mehr Mitochondrien enthält er und desto mehr Q10 benötigt er. Um besser zu verstehen, wie dies funktioniert, werfen wir einen Blick auf Q10 und die zelluläre Energieproduktion. Das Coenzym Q10 wird innerhalb der Mitochondrien gefunden, wo es als Elektronenakzeptor (Empfänger) oder -donor (Spender) in einer Reaktionskette wirkt, die mit der Produktion des energiereichen Moleküls Adenosintriphosphat, ATP, enden.

Wenn oxidiertes Q10 (Ubichinon) Elektronen von einem anderen Molekül in der Kette akzeptiert, wird es reduziert (zu Ubichinol), und wenn reduziertes Q10 (Ubichinol) Elektronen spendet, wird es oxidiert (zu Ubichinon). In der inneren Membran der Mitochondrien nimmt Q10 Elektronen auf, die zwischen dem Enzymkomplex I und III oder dem Komplex II und III in der Elektronentransportkette übertragen werden. Durch die Aufrechterhaltung dieses Gleichgewichts profitiert der Körper von Q10.

Kommerzielle Q10 Produkte
Q10 in seiner reduzierten Form Ubichinol ist ein sehr instabiles Molekül, welches sich bei Kontakt mit Sauerstoff aus der Luft relativ schnell in die oxidierte Form Ubichinon umwandelt. Diese Eigenschaft hat es den Herstellern von Ubichinol-Zusätzen erschwert, Ubichinol-Präparate herzustellen, bei denen der Q10-Gehalt in seiner reduzierten Form bis zu seinem Verfallsdatum verbleibt. Es wurde im Laufe der Jahre seit diese Art von Q10 auf den Markt kam mehrfach aufgezeigt, dass es für die Hersteller nicht immer erfolgreich war, die Oxidation der Ubiquinol-Präparate vor dem Verfallsdatum zu vermeiden. In kommerziellen Produkten ist es für Sie als Verbraucher nicht schwer zu überprüfen, ob Sie es mit Ubichinon oder Ubichinol zu tun haben, da das oxidierte Ubichinon eine schöne orange Farbe hat, und das reduzierte Ubichinol eine transparente, milchig-weiße Farbe hat. Chemisch besteht der Unterschied zwischen den beiden Formen nur aus zwei Protonen und zwei Elektronen auf dem Chinonkopf des Q10-Moleküls.

Instabiles Ubichinol

In den Mitochondrien der Zellen gibt das reduzierte Ubichinol-Molekül zwei Protonen und zwei Elektronen an die Proteinkette ab, die schließlich zusammen mit Sauerstoff das ATP produziert. Hierbei wird Ubichinol in die oxidierte Form, das Ubichinon, umgewandelt. Anschließend erhält das Ubichinon je zwei Protonen und Elektronen und wandelt sich wieder in Ubichinol um. Diese Umwandlung von Q10 hin und her über die innere mitochondriale Membran erfolgt hunderte Male pro Sekunde. Es ist nur sehr wenig Sauerstoff erforderlich, damit sich das aktive Q10 in Form von Ubichinol in das oxidierte Ubichinon umwandeln kann. Anders formuliert handelt es sich bei Ubichinol um ein instabiles Molekül. Dies ist jedoch auch eine große Stärke des Ubichinons, da es Elektronen ganz leicht an freie Radikale abgeben kann und folglich ein exzellentes Antioxidans ist.

Der wahre Unterschied
Es gibt einen Unterschied zwischen Ubichinon und Ubichinol, der oxidierten und der reduzierten Q10-Form, dieser verschwindet allerdings in unserem Darm. Es wird behauptet, dass Ubichinol besser als Ubichinon im Darm absorbiert wird, aber diese Behauptung ist nicht ausreichend dokumentiert. Der einzige Unterschied zwischen Ubichinon und Ubichinol ist folglich nur der Preis. Wenn Sie verschiedene Produkte, die alle die gleiche Q10-Form enthalten, in Bezug auf Qualität und Bioverfügbarkeit vergleichen, wird der Unterschied viel größer sein. Mit anderen Worten, nicht alle Ubichinonprodukte sind gleich gut. Dies ist jedoch ein anderes Thema.
 

Merkmal Ubiquinon Q10 Ubiquinol QH
Wurde in allen wichtigen wissenschaftlichen Q10 Studien aufgrund der Sicherheit, Bioverfügbarkeit und Wirksamkeit verwendet
Biochemisch stabil, da die Substanz nicht weiter oxidieren
Ist beim Kauf die preiswertere Form der Q10 Produkte
Trägt zur zellulären Energieproduktion bei
Ebenfalls zugelassen als Medikament
Es ist wissenschaftliche dokumentiert, dass bei BluthochdruckQ10 entgegenwirkt
Es ist wissenschaftlich dokumentiert, dass bei chronischem Herzversagen Q10 entgegenwirkt
Hebt den Q10-Spiegel, der durch Statine gesenkt wurde

 
Semiquinon, die dritte Q10-Form

Es gibt sogar noch eine dritte Q10-Form, die Zwischenform Semiquinon, (Abkürzung SQ), bei der es sich um teilweise reduziertes Q10 handelt. Diese Zwischenform ist als Nahrungsergänzungsmittel jedoch uninteressant.

Quelle: q10qh.com


Q10 gegen Herzinsuffizienz

Lesen Sie im folgenden ein Interview des Newsletters Pharma News mit dem dänischen Wissenschaftler Prof. Dr. med. Svend Aage Mortensen, dem Chefarzt des Herzzentrums des Kopenhagener Universitätsklinikums, demzufolge äußerst vielversprechende Ergebnisse mit Coenzym Q10 bei Herzinsuffizienz festgestellt wurden.

Dr. Mortensen war der leitende Forscher der Q-Symbio-Studie, welche im Dezember 2014 in einer der renommiertesten kardiologischen Fachzeitschriften dem Journal of the American College of Cardiology veröffentlicht wurde. Angesichts der Ergebnisse der klinischen Studie, die eine 43 % niedrigere Mortalitätsrate und signifikant weniger Krankenhausaufenthalte bei Herzinsuffizienzpatienten zeigte, denen Coenzym Q10 als Zusatz zu ihrem herkömmlichen Arzneimittelplan verabreicht wurde, haben Kardiologen möglicherweise eine neue unterstützende Behandlung für die chronische Herzinsuffizienz gefunden.

Das Interview:

Was war das herausragendste Ergebnis der Q-Symbio-Studie?
Meiner Meinung nach war es die erheblich niedrigere Sterblichkeitsrate bei den Patienten, die mit Coenzym Q10 behandelt wurden. In der Q10-Gruppe wurden fast 50 % weniger Todesfälle im Zusammenhang mit Herzproblemen festgestellt als in der Placebogruppe. In der Q10-Gruppe wurde zudem ein ähnlich hoher Rückgang bei der Zahl der Krankenhausaufenthalte beobachtet, die aufgrund einer Verschlechterung der Herzinsuffizienz-Symptome notwendig waren. Schließlich stellten die Patienten der Q10-Gruppe auch eine erhebliche Verbesserung ihrer Symptome (Bewertung gemäß NYHA-Klassifikation*) im Vergleich zur Placebogruppe fest.

Glauben Sie, dass Coenzym Q10 zukünftig eine Rolle bei der Herzinsuffizienz-Behandlung spielen wird?
Ich bin definitiv der Meinung, dass die beobachteten Ergebnisse äußerst positiv und vielversprechend sind. Ich würde sogar so weit gehen, zu behaupten, dass diese neue Therapieform einen Paradigmenwechsel bei der Behandlung von chronischer Herzinsuffizienz bedeutet.  

Inwiefern unterscheidet sich Coenzym Q10 von der konventionellen Herzinsuffizienz-Behandlung?
Es handelt sich hier um zwei völlig verschiedene Wirkmechanismen zur Behandlung von Herzinsuffizienz. Die konventionelle Herzinsuffizienz-Therapie konzentriert sich auf die Unterdrückung verschiedener hormoneller Faktoren, die offenbar durch die Erkrankung aktiviert werden und das Herz belasten. So blockiert diese Therapieform zum Beispiel die Wirkung eines erhöhten Noradrenalinspiegels. Die Einnahme von Q10 verfolgt ein ganz anderes Ziel. Hier werden Prozesse unterstützt, die für den Stoffwechselprozess der Zellen wichtig sind, was zu einer Stärkung des Herzmuskels führt.
 
Kann die Coenzym Q10-Therapie als medikamentöse Therapie betrachtet werden oder handelt es sich eigentlich eher um eine natürliche Möglichkeit, die Funktion des Herzmuskels zu verbessern?
Eine Nahrungsergänzung mit Coenzym Q10 gleicht einen Mangel im insuffizienten Herzen aus. Coenzym Q10 verbessert die Energieleistung des Herzens und verhindert so den theoretischen Teufelskreis bei Herzinsuffizienz. Es ist richtig, dass Coenzym Q10 eine natürliche Substanz ist, die scheinbar nur eine unterstützende Funktion ausübt. Coenzym Q10 verfügt jedoch über medizinische und pharmakologische Eigenschaften, wenn es so wie in der Q-Symbio-Studie in täglichen Dosen von dreimal 100 mg eingenommen wird.  

Wenn Sie die konventionelle Herzinsuffizienz-Therapie mit der Einnahme von Coenzym Q10 vergleichen – stellt eines davon die ideale Therapieform dar?
Es ist sehr schwierig, eine klare Unterscheidung zu machen. Die konventionelle Therapie, bei der beispielsweise ACE-Hemmer und Betablocker eingesetzt werden, verringert nachweislich die Sterblichkeit bei Herzinsuffizienz, allerdings gibt es Nebenwirkungen. In der Q-Symbio-Studie haben die Patienten von der Wirkung der konventionellen Therapie profitiert, dennoch wurde bei der Coenzym Q10-Gruppe eine deutlich höhere Überlebensrate festgestellt. Im Gegensatz dazu waren die Ergebnisse der Herzinsuffizienz-Behandlung mit anderen Mitteln, die das Herz stimulieren, enttäuschend. Das älteste und bekannteste Mittel ist Digitalis (Digoxin), mit dem die Zahl der Krankenhausaufenthalte bei Herzinsuffizienz verringert werden kann, allerdings verbessert es nicht die Überlebensrate. Außerdem verfügt Digoxin nur über einen sehr kleinen therapeutischen Anwendungsbereich. Coenzym Q10 ist nicht nur nachweislich sicher und hat keine Nebenwirkungen, sondern stellt auch eine effektive Ergänzung zur konventionellen Herzinsuffizienz-Therapie dar, wie wir in der Q-Symbio-Studie eindeutig beobachten konnten.


*) NYHA-STADIEN
NYHA ist die Abkürzung für die New York Heart Association.
Die NYHA-Klassifikation ist ein offizielles Bewertungsschema, das weltweit verwendet wird, um Herzinsuffizienz-Patienten abhängig von dem Schweregrad ihrer Symptome in vier individuelle Stadien einzuteilen.
Analog zu den NYHA-Stadien steigt und fällt die Sterblichkeitsrate. Eine erfolgreiche Behandlung des Herzens kann dazu führen, dass sich Patienten um ein oder mehr NYHA-Stadien verbessern, beispielsweise von NYHA-Stadium IV zu NYHA-Stadium III oder II. Die Q-Symbio-Studie schloss nur Patienten mit schweren Herzproblemen ein, das heißt Patienten mit NYHA-Stadium III und IV.


Q-symbio – What scientists are discovering about Q10 – leider nur auf Englisch verfügbar

Quelle: q10qh.com

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